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The Walking Dead: Streets of Survival im Test

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The Walking Dead: Streets of Survival

Rick, Daryl, Michonne und Negan kämpfen sich durch Zombiehorden. Das neue Arcade-Abenteuer setzt auf klassische Prügeleien, bekannte Schauplätze und jede Menge Action. Doch wie lange trägt das Spielprinzip?

The Walking Dead: Streets of Survival schlägt einen anderen Weg ein als viele bisherige Videospielumsetzungen der erfolgreichen Zombie-Marke. Statt umfangreicher Entscheidungen, emotionaler Geschichten oder realistischer Überlebenskämpfe erwartet dich ein klassisches Arcade-Abenteuer, das sich an den seitlich scrollenden Prügelspielen vergangener Jahrzehnte orientiert. Entwickler Odaclick Game Studio konzentriert sich auf direkte Action und orientiert sich inhaltlich am bekannten Handlungsbogen „All Out War“.

Die Marke hat im Videospielbereich bereits einige Höhen und Tiefen erlebt. Während Telltales Adventures mit ihren Geschichten überzeugen konnten und Saints & Sinners das Überleben in der virtuellen Realität erlebbar machte, hinterließ The Walking Dead: Destinies einen deutlich schwächeren Eindruck. Streets of Survival versucht deshalb gar nicht erst, diese unterschiedlichen Ansätze miteinander zu verbinden. Hier geht es vor allem darum, sich durch Gegnerhorden zu kämpfen und möglichst unbeschadet das nächste Level zu erreichen.

Das funktioniert erstaunlich ordentlich. Zumindest über weite Strecken.

The Walking Dead: Streets of Survival

The Walking Dead: Streets of Survival

Vier bekannte Charaktere und vertraute Schauplätze

Ein großer Reiz von The Walking Dead: Streets of Survival liegt in seinen spielbaren Figuren. Mit Rick Grimes, Daryl Dixon, Michonne und dem später verfügbaren Negan stehen vier der bekanntesten Charaktere der Serie zur Auswahl. Jeder bringt seine charakteristische Waffe mit und vermittelt dadurch ein etwas anderes Spielgefühl.

Rick greift zu seiner Magnum, während Daryl mit der Armbrust unterwegs ist. Michonne setzt auf ihr Schwert und Negan schwingt selbstverständlich Lucille, seinen berüchtigten Baseballschläger. Damit bleibt das Spiel seinen Vorlagen treu und gibt Fans einen unmittelbaren Wiedererkennungswert.

Auch bei den Schauplätzen hat sich Odaclick Game Studio erkennbar an der Serie beziehungsweise den Comics orientiert. Unter anderem verschlägt es dich nach Alexandria und Hilltop. Wer The Walking Dead kennt, wird zahlreiche Details entdecken, die an bekannte Ereignisse und Orte erinnern.

Gerade diese Vertrautheit macht einen Teil des Reizes aus. Die einzelnen Abschnitte sind zwar spielerisch recht geradlinig aufgebaut, lassen durch ihre Gestaltung aber immer wieder Erinnerungen an die Vorlage aufkommen. Dabei lebt das Spiel weniger von überraschenden Wendungen als von der Möglichkeit, selbst mit den bekannten Charakteren gegen Beißer und menschliche Feinde anzutreten.

Allerdings schöpft Streets of Survival das Potenzial seiner Vorlage längst nicht vollständig aus. Neben den vier spielbaren Hauptfiguren tauchen zwar weitere bekannte Gesichter auf, darunter Jadis und Negans rechte Hand Simon. Andere wichtige Charaktere fehlen dagegen.

So sucht man beispielsweise Maggie und Glenn vergeblich. Auch bekannte Orte wie das große Farmhaus in Hilltop werden teilweise von Figuren bevölkert, die keinerlei besondere Verbindung zur Serie besitzen. Für Fans ist das schade, denn gerade bei einer Adaption dieser Art hätten zusätzliche bekannte Charaktere die Atmosphäre aufwerten können.

The Walking Dead: Streets of Survival

The Walking Dead: Streets of Survival

Zwischen Zombiehorden und unpräziser Steuerung

Spielerisch setzt The Walking Dead: Streets of Survival auf ein überschaubares, aber durchaus unterhaltsames Kampfsystem. Du bewegst dich durch die einzelnen Abschnitte, erledigst Beißer und legst dich mit den Saviors sowie weiteren menschlichen Gegnern an. Dabei bleibt es selten bei einzelnen Kontrahenten.

Häufig greifen mehrere Feinde gleichzeitig an. Genau dann entfaltet das Spiel seine größten Stärken, denn du musst zwischen Nahkampf und Schusswaffen wechseln, Gegner auf Abstand halten und deine begrenzten Ressourcen sinnvoll einsetzen.

Neben den charakteristischen Waffen der Hauptfiguren findest du zusätzliche Schusswaffen und unterschiedliche Nahkampfwaffen. Messer und Äxte können beispielsweise vorübergehend eingesetzt werden, gehen nach einer gewissen Anzahl von Treffern allerdings kaputt. Dadurch entsteht zumindest etwas Abwechslung, obwohl die grundlegenden Auseinandersetzungen meist nach einem ähnlichen Muster verlaufen.

Interessant ist auch die Mechanik beim Schießen. Je nachdem, ob sich das Fadenkreuz orange oder gelb färbt, verändert sich der verursachte Schaden. Da Munition nicht unbegrenzt vorhanden ist, lohnt es sich, Schüsse bewusst zu platzieren, statt wahllos auf alles zu feuern, was sich bewegt.

Besonders spannend werden Kämpfe, wenn mehrere unterschiedliche Gegnertypen gleichzeitig auftauchen. Während vier oder fünf Beißer immer näher kommen, nähert sich möglicherweise bereits ein schwer gepanzerter Gegner. Dann gilt es, schnell Prioritäten zu setzen und zwischen Angriffen aus nächster Nähe und gezielten Schüssen zu wechseln.

Nach erfolgreichen Abschüssen lädt sich außerdem eine besonders mächtige Spezialattacke auf. Diese eignet sich hervorragend, um stärkeren Gegnern den Rest zu geben oder sich aus einer schwierigen Situation zu befreien.

So weit, so gut.

The Walking Dead: Streets of Survival

The Walking Dead: Streets of Survival

Leider macht die Steuerung dem ansonsten ordentlich funktionierenden Kampfsystem gelegentlich einen Strich durch die Rechnung. Die grundsätzliche Bewegung funktioniert zwar zuverlässig, doch sobald du in einer längeren Angriffskombination steckst, lässt sich diese nicht ohne Weiteres unterbrechen.

Das wird vor allem dann problematisch, wenn plötzlich ein weiterer Gegner aus einer anderen Richtung angreift. Während dein Charakter noch mit seiner bisherigen Kombination beschäftigt ist, kannst du nicht schnell genug reagieren oder dich neu ausrichten. Unnötige Treffer sind die Folge.

Gerade bei größeren Gegnergruppen fällt diese Schwäche unangenehm auf. Denn eigentlich lebt ein gutes Beat’em-up davon, dass sich Angriffe präzise kontrollieren lassen und du jederzeit auf veränderte Situationen reagieren kannst. Streets of Survival schafft das nicht immer.

Mit zunehmender Spielzeit kommt ein zweites Problem hinzu. Die Kämpfe wiederholen sich recht häufig. Zwar macht es grundsätzlich Spaß, sich mit Rick, Daryl oder Michonne durch die Gegnerhorden zu arbeiten, doch die spielerischen Möglichkeiten bleiben überschaubar.

Charakterverbesserungen und Bosskämpfe sorgen für Abwechslung

Damit die Motivation nicht ausschließlich vom nächsten Kampf abhängt, bietet The Walking Dead: Streets of Survival ein einfaches Fortschrittssystem. Während du die verschiedenen Abschnitte absolvierst, sammelst du Wissen, das sich anschließend in Verbesserungen für deine Charaktere investieren lässt.

So kannst du beispielsweise die Zeit verkürzen, die zum Einsatz eines Medipacks benötigt wird. Solche Verbesserungen greifen direkt in den Spielablauf ein und können gerade während hektischer Gefechte einen spürbaren Unterschied machen.

Auch abseits der eigentlichen Kämpfe lohnt es sich, die Umgebung genauer zu untersuchen. Ein Lupensymbol weist auf Stellen hin, an denen sich versteckte Sammelgegenstände entdecken lassen. Dadurch entsteht zumindest ein kleiner Anreiz, die Schauplätze nicht einfach möglichst schnell zu durchqueren.

Eine willkommene Unterbrechung des gewöhnlichen Kampfablaufs liefern die Bossgegner. Einige Abschnitte enden mit besonderen Auseinandersetzungen, bei denen du deine bisherige Vorgehensweise anpassen musst.

Die verschiedenen Bosse unterscheiden sich in ihrer Bekämpfung ausreichend, um etwas Abwechslung in das ansonsten recht gleichförmige Spielgeschehen zu bringen. Gerade nach längeren Passagen mit gewöhnlichen Beißern und Saviors sind diese Begegnungen eine willkommene Veränderung.

An der grundsätzlichen Ausrichtung des Spiels ändern sie allerdings wenig. Streets of Survival bleibt ein unkompliziertes Arcade-Abenteuer, dessen Mechaniken bewusst überschaubar gehalten wurden. Wer ein umfangreiches Kampfsystem oder besonders viel spielerische Tiefe erwartet, dürfte entsprechend schnell an die Grenzen des Gebotenen stoßen.

Auch die Geschichte bleibt eher Beiwerk. Zwar verändert sich ein Teil der Dialoge abhängig davon, welchen Charakter du ausgewählt hast, die meisten Unterhaltungen werden jedoch ausschließlich in Textform dargestellt. Abgesehen von einer gesprochenen Dialogzeile vor einer Mission verzichtet das Spiel weitgehend auf Sprachausgabe.

Das ist für ein klassisches Beat’em-up kein grundsätzliches Problem, verschenkt angesichts der bekannten Vorlage aber durchaus Potenzial. Gerade die markanten Persönlichkeiten von Rick, Negan oder Daryl hätten von einer lebendigeren Präsentation profitiert.

Wer allerdings nur eine halbe Stunde Zeit hat und ein paar Beißer erledigen möchte, bekommt genau das, was Streets of Survival verspricht. Die einzelnen Abschnitte lassen sich gut in kürzeren Spielsitzungen angehen, ohne dass du dich zunächst mit komplizierten Systemen beschäftigen musst.

Fazit

The Walking Dead: Streets of Survival ist ein solides Beat’em-up, das vor allem Fans der Serie anspricht. Bekannte Charaktere wie Rick, Daryl, Michonne und Negan, vertraute Schauplätze und actionreiche Kämpfe sorgen für kurzweilige Unterhaltung. Allerdings nutzen sich die Auseinandersetzungen schnell ab, während die gelegentlich unpräzise Steuerung für Frust sorgt. Bosskämpfe und Sammelgegenstände bringen etwas Abwechslung, können die spielerischen Schwächen aber nicht vollständig ausgleichen. Für eine schnelle Runde Zombie-Action durchaus unterhaltsam, auf Dauer fehlt jedoch die nötige Abwechslung.

Wertung: 7/10


Transparenz-Hinweis / Disclaimer: Der Key für The Walking Dead: Streets of Survival wurde uns kostenlos vom Publisher zur Verfügung gestellt. Eine inhaltliche Einflussnahme fand nicht statt. Alle Eindrücke und Bewertungen entsprechen meiner persönlichen Meinung.

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