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Neighbors: Suburban Warfare im Test – Nachbarschaftskrieg auf der XBOX Series X|S
Ein friedlicher Vorort, freundliche Nachbarn und gepflegte Vorgärten. Klingt nach einer entspannten Wohngegend. In Neighbors: Suburban Warfare ist davon allerdings wenig zu spüren. Statt gemeinsam am Gartenzaun zu plaudern, gehen die Bewohner mit Boxhandschuhen, Steinschleudern und reichlich Zerstörungswut aufeinander los.
Es gibt Spiele, bei denen man schon nach wenigen Minuten merkt, dass die Entwickler eine ziemlich verrückte Idee hatten. Neighbors: Suburban Warfare gehört definitiv dazu. Hier wird nicht lange diskutiert, wenn der Nachbar Ärger macht. Stattdessen fliegen die Fäuste, Fernseher werden zertrümmert und ganze Wohnzimmer verwandeln sich innerhalb kürzester Zeit in ein Schlachtfeld.
Schon die Grundidee hat mich zum Schmunzeln gebracht. Ich schlüpfe in die Rolle eines völlig durchgeknallten Vorstadtbewohners, dessen größtes Problem offenbar darin besteht, dass auf der anderen Straßenseite noch zu viele Möbel unbeschädigt herumstehen.
Was zunächst nach einem simplen Prügelspiel klingt, entpuppt sich als überraschend abwechslungsreicher Multiplayer-Brawler, der als Free-to-Play-Titel kostenlos gespielt werden kann. Allerdings einer, bei dem Ordnung und Übersicht relativ schnell verloren gehen.
Im Mittelpunkt stehen Gefechte zwischen zwei Teams mit jeweils vier Spielern. Das Ziel ist denkbar einfach: Du sollst das Eigentum deiner Gegner zerstören und gleichzeitig verhindern, dass dein eigenes Zuhause in Schutt und Asche gelegt wird.
Neighbors: Suburban Warfare
Wenn aus Nachbarn erbitterte Feinde werden
Das grundlegende Spielprinzip ist schnell erklärt. In Neighbors: Suburban Warfare treten zwei Teams mit jeweils vier Spielern gegeneinander an. Je nach Spielmodus geht es darum, die gegnerische Einrichtung zu zerstören, andere Bewohner auszuschalten oder das eigene Haus gegen Angriffe zu verteidigen.
Besonders gefallen hat mir dabei die völlig überzeichnete Darstellung der Charaktere. Hier kämpfen keine muskelbepackten Supersoldaten gegeneinander. Stattdessen begegnen mir unter anderem prügelnde Großmütter, Jugendliche mit Steinschleudern und eigenartige Nachbarn, die sogar einen Staubsauger als Waffe einsetzen.
Jeder Charakter bringt eigene Fähigkeiten und Hilfsmittel mit. Das sorgt dafür, dass sich die Figuren unterschiedlich spielen und ich durchaus ausprobieren musste, welche Spielweise mir am besten liegt.
Die eigentliche Hauptattraktion ist allerdings die Umgebung. Häuser und Einrichtungsgegenstände lassen sich nach Herzenslust demolieren. Wenn mehrere Spieler gleichzeitig durch ein Wohnzimmer stürmen, Möbel zerstören und sich gegenseitig attackieren, bleibt von der ursprünglich gemütlichen Einrichtung nicht mehr viel übrig.
Mich hat das immer wieder an Kevin allein zu Haus erinnert. Mit dem kleinen Unterschied, dass ich diesmal eher auf der Seite der Einbrecher stehe und selbst dafür verantwortlich bin, dass das Haus anschließend renoviert werden muss.
Gerade diese Mischung aus übertriebener Gewalt, Slapstick und völlig absurden Situationen macht einen großen Teil des Charmes aus.
Einfaches Gameplay, das vor allem mit Freunden funktioniert
Was mir auf der XBOX Series X|S recht schnell aufgefallen ist: Neighbors: Suburban Warfare verlangt keine stundenlange Einarbeitung. Die grundlegenden Mechaniken sind leicht verständlich und die Kämpfe setzen stärker auf spontane Aktionen als auf komplexe Kombinationen.
Das funktioniert meistens erstaunlich gut. Ich kann mich direkt ins Getümmel werfen, Gegner angreifen, Gegenstände zerstören und die Fähigkeiten meines Charakters einsetzen. Manchmal reicht bereits wildes Drücken der entsprechenden Tasten, um mitten im Chaos für zusätzliche Verwüstung zu sorgen.
Das klingt zunächst wenig anspruchsvoll. Und tatsächlich gehört das Kampfsystem nicht zu den besonders tiefgründigen Vertretern seines Genres. Allerdings passt diese unkomplizierte Herangehensweise zum Charakter des Spiels.
Hier geht es weniger darum, jeden Angriff perfekt vorzubereiten. Vielmehr entstehen die besten Situationen dadurch, dass mehrere Spieler gleichzeitig versuchen, ihre eigenen Ziele durchzusetzen.
Dabei kann es allerdings auch ziemlich unübersichtlich werden. Wenn sich zahlreiche Charaktere auf engem Raum prügeln, Gegenstände durch die Gegend fliegen und überall Fallen lauern, verliere ich gelegentlich den Überblick. Wer gerade welchen Angriff ausgeführt hat, lässt sich dann nicht immer eindeutig erkennen.
Genau darin liegt aber auch ein Teil des Spielspaßes. Neighbors: Suburban Warfare nimmt sich zu keinem Zeitpunkt besonders ernst und erwartet das auch nicht von seinen Spielern.
Seine größten Stärken entfaltet das Spiel für mich eindeutig in Gesellschaft. Gemeinsam mit Freunden für einige Runden eine virtuelle Nachbarschaft auseinanderzunehmen, funktioniert deutlich besser, als sich über längere Zeit allein durch die verschiedenen Gefechte zu kämpfen.
Neighbors: Suburban Warfare
Vier Spielmodi bringen Abwechslung in die Vorstadt
Damit sich die Auseinandersetzungen nicht ständig wiederholen, bietet Neighbors: Suburban Warfare insgesamt vier unterschiedliche Spielmodi. Jeder setzt einen etwas anderen Schwerpunkt und verändert dadurch den Ablauf der Partien.
Im Modus Destruction dreht sich alles um die Zerstörung gegnerischen Eigentums. Hier darf ich mich nach Herzenslust an der Einrichtung meiner Nachbarn austoben. Gleichzeitig muss ich natürlich damit rechnen, dass mein eigenes Haus ebenfalls zum Ziel wird.
Brawl konzentriert sich dagegen auf direkte Kämpfe zwischen den Bewohnern. Statt möglichst viele Möbel zu zertrümmern, stehen hier schnelle Prügeleien im Mittelpunkt. Die unterschiedlichen Fähigkeiten der Charaktere kommen dabei besonders zur Geltung.
Eine willkommene Abwechslung bietet Prop Hunt. In diesem Modus verwandelt sich das Spielgeschehen in eine Art Versteckspiel, bei dem verschiedene Gegenstände zur Tarnung genutzt werden können. Dadurch entsteht eine deutlich andere Dynamik als bei den üblichen Straßenkämpfen.
Mit Robot Invasion gibt es außerdem einen Modus, in dem ich mich gegen angreifende Roboterwellen zur Wehr setzen muss. Hier steht die Verteidigung des eigenen Zuhauses im Vordergrund.
Die vier Varianten sorgen für genügend Abwechslung, um nicht nach wenigen Partien bereits alles gesehen zu haben. Mir gefällt insbesondere, dass die Entwickler nicht ausschließlich auf klassische Teamkämpfe setzen, sondern auch andere Spielideen in das chaotische Nachbarschaftsszenario integrieren.
Wer gerade keine Lust auf menschliche Mitspieler hat, kann sich außerdem mit computergesteuerten Gegnern beschäftigen. Der eigentliche Reiz liegt für mich trotzdem ganz klar im Multiplayer.
Positiv ist auch die Unterstützung von Crossplay, die mit Version 1.0 Einzug gehalten hat. Dadurch können Spieler unterschiedlicher Plattformen gemeinsam an den chaotischen Nachbarschaftskämpfen teilnehmen.
Neighbors: Suburban Warfare
Technisch ist noch Luft nach oben
So viel Spaß Neighbors: Suburban Warfare zwischendurch macht, ganz ohne Kritik kommt das Spiel in meinem Test nicht davon. Besonders die technische Umsetzung kann mit der unterhaltsamen Grundidee nicht immer mithalten.
Ein Problem stellen die Online-Verbindungen dar. Synchronisationsfehler zwischen Server und Spielern können dafür sorgen, dass bestimmte Aktionen verzögert oder nicht ganz nachvollziehbar dargestellt werden. Bei einem Spiel, in dem innerhalb weniger Sekunden jede Menge passiert, fällt das besonders unangenehm auf.
Auch das Matchmaking kann Geduld verlangen. Gerade wenn ich nur schnell eine Runde spielen möchte, sind längere Wartezeiten natürlich ärgerlich.
Hinzu kommen grafische Unsauberkeiten und Schwankungen bei der Bildrate. Vereinzelt verhalten sich Gegenstände nicht so, wie man es erwarten würde. Objekte können scheinbar durch geschlossene Türen wandern oder an unsichtbaren Hindernissen hängen bleiben. Besonders Paradise Cove gehört zu den Karten, auf denen solche Fehler auffallen.
Natürlich muss ein Spiel mit einer derart überdrehten Präsentation nicht in jeder Hinsicht perfekt sein. Zwischen bewusst überzeichnetem Chaos und technischen Problemen besteht allerdings ein deutlicher Unterschied.
Wenn ein Nachbar mit Boxhandschuhen durch mein Wohnzimmer stürmt und meinen Fernseher zerlegt, gehört das zum Spielkonzept. Wenn Gegenstände dagegen aufgrund eines Grafikfehlers durch Wände verschwinden, ist das weniger lustig.
Für die Entwickler gibt es deshalb noch einiges zu tun. Vor allem stabilere Online-Partien, kürzere Wartezeiten und eine zuverlässigere technische Darstellung würden das Spielerlebnis spürbar verbessern.
Fazit
Neighbors: Suburban Warfare hat mich auf der XBOX Series X|S mit seiner verrückten Spielidee und den chaotischen Nachbarschaftskämpfen durchaus unterhalten. Die unterschiedlichen Charaktere, zerstörbaren Häuser und vier Spielmodi sorgen für abwechslungsreiche Gefechte, die besonders gemeinsam mit Freunden richtig Spaß machen.
Ganz ohne Schwächen kommt der Multiplayer-Brawler allerdings nicht davon. Das Kampfsystem ist recht simpel, gelegentlich fehlt die Übersicht und technische Probleme wie Verbindungsfehler, Bildratenschwankungen und längere Matchmaking-Zeiten trüben das Spielerlebnis.
Trotzdem überwiegt für mich der Spielspaß. Gerade als Free-to-Play-Titel bietet Neighbors: Suburban Warfare genügend Unterhaltung für ein paar verrückte Runden zwischendurch. Wer unkomplizierte Multiplayer-Action mit reichlich Slapstick mag, sollte dem chaotischen Nachbarschaftskrieg eine Chance geben.
Wertung: 7/10
Transparenz-Hinweis / Disclaimer: Ein Key für den Season Pass wurde uns kostenlos vom Publisher zur Verfügung gestellt. Eine inhaltliche Einflussnahme fand nicht statt. Alle Eindrücke und Bewertungen entsprechen meiner persönlichen Meinung.
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