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Warrior Cats: Clans of the Forest im Test – Ein Katzenabenteuer mit verschenktem Potenzial
Vier Katzenclans, uralte Prophezeiungen und taktische Kämpfe. Wir haben Warrior Cats: Clans of the Forest unter die Lupe genommen und zeigen, warum das Rollenspiel trotz seiner charmanten Ideen viel Potenzial verschenkt.
Warrior Cats: Clans of the Forest bringt die beliebte Romanreihe von Erin Hunter als rundenbasiertes Rollenspiel auf die Konsolen. Entwickelt von Bamtang Games und veröffentlicht von Trailmark Games, lässt uns das Abenteuer in die Rolle einer selbst erstellten Katze schlüpfen, die sich einem von vier Clans anschließt und ihren Platz unter den Kriegern verdienen muss.
Die Voraussetzungen für ein spannendes Abenteuer sind vorhanden. Unterschiedliche Territorien, bekannte Charaktere und uralte Prophezeiungen bilden die Grundlage einer umfangreichen Spielwelt. In unserem Test zeigt sich allerdings schnell, dass das Katzen-RPG seine vielversprechenden Ideen nur teilweise ausschöpft.
Warrior Cats: Clans of the Forest
Vier Clans, aber wenig erzählerische Tiefe
Im Prophezeiungsmodus stehen vier Kampagnen zur Auswahl. Wir können uns dem DonnerClan, FlussClan, SchattenClan oder WindClan anschließen. Jeder Clan besitzt eine eigene Geschichte und unterschiedliche Traditionen.
Unser Abenteuer beginnt als junger Schüler. Durch Missionen, den Aufbau von Beziehungen und die Verteidigung unseres Territoriums arbeiten wir uns innerhalb der Clan-Hierarchie nach oben. Bekannte Schauplätze wie der Mondsee oder die Insel sorgen dabei für Wiedererkennungswert.
Leider bleibt die Geschichte hinter den Möglichkeiten der Romanvorlage zurück. Viele Zusammenhänge werden nur oberflächlich erklärt, während wichtige Beziehungen und Traditionen kaum ausreichend zur Geltung kommen. Besonders ohne Kenntnisse der Bücher fällt es schwer, die Bedeutung bestimmter Ereignisse nachzuvollziehen.
Auch die Unterschiede zwischen den vier Kampagnen sind geringer als erwartet. Zwar bietet jeder Clan seine eigene Perspektive, doch viele Aufgaben und Abläufe ähneln sich stark. Der Aufstieg innerhalb der Gemeinschaft wirkt stellenweise überhastet, wodurch wichtige Fortschritte an Bedeutung verlieren.
Warrior Cats: Clans of the Forest
Charaktergestaltung und Kämpfe überzeugen
Deutlich mehr Freude hatten wir mit der Gestaltung unserer eigenen Katze. Neben Namen und Aussehen lassen sich zahlreiche Details anpassen. Im weiteren Verlauf können wir Accessoires sammeln, Materialien verarbeiten und unseren eigenen Bau mit Möbeln einrichten.
Diese Möglichkeiten passen hervorragend zur Spielwelt und verleihen unserem Katzenkrieger eine persönliche Note. Allerdings können bestimmte Verknüpfungen zwischen äußerlichen Merkmalen und Charakterwerten die gestalterische Freiheit einschränken.
Die größte Stärke des Spiels liegt für uns im Kampfsystem. Die Gefechte laufen rundenbasiert ab und bieten durch unterschiedliche Kampfhaltungen überraschend viele taktische Möglichkeiten.
Offensive, defensive und trickreiche Angriffe besitzen jeweils eigene Stärken und Schwächen. Schleichangriffe ermöglichen höheren Schaden auf Kosten der Treffergenauigkeit, während rücksichtslose Attacken sowohl den verursachten als auch den erlittenen Schaden erhöhen.
Dadurch mussten wir regelmäßig überlegen, welche Fähigkeiten und Haltungen sich gegen bestimmte Gegner am besten eignen. Auch Überraschungsangriffe aus dem Hinterhalt verschaffen uns Vorteile.
Mit neuen Fähigkeiten und zusätzlichen Gruppenmitgliedern wächst die taktische Vielfalt. Besonders komplex wird das Kampfsystem zwar nie, doch gerade seine Zugänglichkeit macht es unterhaltsam.
Warrior Cats: Clans of the Forest
Eintönige Missionen und eingeschränkte Erkundung
Weniger überzeugen konnten uns die eigentlichen Missionen. Häufig mussten wir Materialien sammeln, Beutetiere jagen, Grenzen patrouillieren oder bestimmte Orte aufsuchen.
Diese Tätigkeiten passen zwar zum Alltag eines Katzenclans, wiederholen sich allerdings viel zu häufig. Schon nach einigen Spielstunden entsteht eine Routine, die dem Abenteuer zunehmend die Spannung nimmt.
Die vier Kampagnen bieten grundsätzlich einen gewissen Wiederspielwert, unterscheiden sich spielerisch aber nicht ausreichend voneinander. Immerhin sorgen zusätzliche Modi für Abwechslung. Im Verteidigermodus stellen wir uns mehreren aufeinanderfolgenden Kämpfen, während asynchrone Scharmützel gegen andere Spieler weitere taktische Herausforderungen ermöglichen.
Auch die Erkundung hinterlässt einen gemischten Eindruck. Als Katze durch Wälder zu streifen, auf Bäume zu klettern und Beute zu jagen, besitzt einen besonderen Charme. Allerdings ist die Spielwelt weniger frei zugänglich, als sie zunächst erscheint.
Unsichtbare Grenzen, eingeschränkte Interaktionsmöglichkeiten und vergleichsweise wenige Geheimnisse bremsen den Entdeckerdrang. Das umständliche Schnellreisesystem verschärft dieses Problem, da zunächst bestimmte Tunnel gefunden und freigeschaltet werden müssen.
Hinzu kommt, dass einige Spielmechaniken nur unzureichend erklärt werden. Gerade bei wiederkehrenden Aufgaben hätten wir uns eine intuitivere Bedienung und kürzere Laufwege gewünscht.
Warrior Cats: Clans of the Forest
Hübsche Optik mit technischen Schwächen
Grafisch orientiert sich Warrior Cats: Clans of the Forest am illustrierten Stil der Bücher. Die farbenfrohen Umgebungen und stilisierten Katzenmodelle passen grundsätzlich gut zur Vorlage. Besonders die optionale Cel-Shading-Darstellung verleiht den Figuren einen ansprechenden, gezeichneten Look.
Allerdings fehlt es der technischen Umsetzung an Feinschliff. Einige Tiermodelle wirken in ihren Proportionen ungewöhnlich, während manche Animationen etwas ungelenk erscheinen.
Auch die Steuerung konnte uns nicht vollständig überzeugen. Bewegungen und Sprünge fühlen sich gelegentlich unpräzise an, was insbesondere bei längeren Erkundungstouren störend wird.
Die musikalische Untermalung unterstützt dagegen die ruhige Waldatmosphäre. Allerdings fehlt es dem Soundtrack an Abwechslung und wirklich einprägsamen Stücken.
Warrior Cats: Clans of the Forest
Fazit
Warrior Cats: Clans of the Forest hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Die individuelle Charaktergestaltung, das zugängliche Kampfsystem und die Möglichkeit, selbst Teil eines Katzenclans zu werden, sorgen für einige unterhaltsame Stunden.
Leider verhindern die eintönigen Missionen, die oberflächliche Erzählweise und die eingeschränkte Spielwelt, dass das Abenteuer sein volles Potenzial entfaltet. Besonders die umfangreiche Romanvorlage hätte genügend Stoff für eine wesentlich tiefgründigere Geschichte geboten.
Fans der Bücher dürften dennoch Freude daran haben, bekannte Orte zu besuchen und ihren eigenen Katzenkrieger zu entwickeln. Auch Einsteiger in rundenbasierte Rollenspiele finden hier ein verständliches Kampfsystem.
Wer dagegen abwechslungsreiche Missionen, eine packende Handlung und umfangreiche Erkundungsmöglichkeiten erwartet, muss deutliche Abstriche machen. Warrior Cats: Clans of the Forest ist ein charmantes, aber spielerisch nur durchschnittliches Katzen-RPG.
Wertung: 7.5 / 10
Transparenz-Hinweis / Disclaimer: Ein Key für Warrior Cats: Clans of the Forest wurde uns kostenlos vom Publisher zur Verfügung gestellt. Eine inhaltliche Einflussnahme fand nicht statt. Alle Eindrücke und Bewertungen entsprechen meiner persönlichen Meinung.
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