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Active Matter im XBOX-Review: Extraction-Shooter mit eigener Identität
Active Matter ist kein gemütlicher Feierabend-Shooter. Harte Verluste, taktisches Gunplay, Monster und Anomalien sorgen für ordentlich Druck. Wir haben uns den Extraction-Shooter auf XBOX Series X|S genauer angesehen.
Mit Active Matter wagt sich ein weiterer Extraction-Shooter auf die XBOX Series X|S. Doch Matter Team versucht gar nicht erst, einfach nur bekannten Genregrößen nachzueifern. Moderne Waffen treffen auf Monster, Anomalien, verzerrte Landschaften und eine Welt, in der selbst Zeit und Raum keine verlässlichen Größen mehr sind.
Jeder Einsatz ist ein Risiko
Das Grundprinzip folgt bekannten Regeln. Vor einem Einsatz wählen wir Waffen und Ausrüstung, betreten eine instabile Zone und suchen dort nach wertvoller Beute, aktiver Materie und Missionszielen. Danach müssen wir lebend wieder herauskommen und genau darin steckt der Reiz.
Wer stirbt, riskiert einen großen Teil seiner mitgebrachten Ausrüstung. Plötzlich geht es nicht mehr nur darum, möglichst viele Gegner auszuschalten. Viel wichtiger ist die Entscheidung, wann ein erfolgreicher Raid gut genug war.
Noch ein Gebäude durchsuchen? Einen weiteren Auftrag erledigen? Oder lieber verschwinden, bevor aus einem guten Lauf ein kompletter Verlust wird?
Active Matter funktioniert besonders gut, wenn diese Entscheidungen wichtiger werden als reine Abschusszahlen.
Active Matter
Mehr als klassisches PvP
Der Shooter setzt auf PvPvE. Neben anderen Spielern warten Kreaturen und Anomalien in den Gebieten. Dadurch kann sich eine Situation innerhalb weniger Sekunden komplett verändern.
Ein Feuergefecht lockt möglicherweise weitere Gegner an. Ein scheinbar sicherer Weg wird plötzlich gefährlich. Und manchmal ist Rückzug schlicht die bessere Entscheidung.
Gerade diese Mischung gibt Active Matter seine eigene Identität. Die realistisch gehaltenen Waffen und militärischen Schauplätze treffen auf eine Welt, die zunehmend unwirklich und bedrohlich wirkt.
Schwere Waffen, langsames Tempo
Beim Gunplay bleibt Active Matter vergleichsweise bodenständig. Waffen besitzen Gewicht, Nachladen kostet Zeit und schlechte Positionierung wird schnell bestraft.
Das Tempo liegt deutlich unter typischen Konsolen-Shootern. Hektisches Herumspringen bringt wenig. Geduld, Geräusche und Vorbereitung zählen deutlich mehr.
Das kann anfangs gewöhnungsbedürftig sein. Wer sich darauf einlässt, bekommt aber genau die Spannung, die dem Extraction-Genre seinen Reiz gibt.
Active Matter
Das Inventar bleibt eine Hürde
Weniger gelungen ist der Einstieg. Active Matter besitzt viele Systeme und erklärt diese nicht immer besonders elegant. Inventar, Heilung, Ausrüstung, Ressourcen und Fortschritt verlangen Aufmerksamkeit. Gerade zu Beginn kann das unnötig kompliziert wirken.
Die Entwickler haben seit früheren PC-Versionen bereits nachgebessert und unter anderem die Verwaltung von Inventar und Ausrüstung überarbeitet. Trotzdem bleibt Active Matter ein Spiel, das Einarbeitung verlangt.
Crossplay und PvE machen den Einstieg leichter
Auf XBOX unterstützt Active Matter Crossplay. Spieler können dabei wählen, ob sie nur mit ihrer eigenen Plattform, mit anderen Konsolen oder zusätzlich mit PC-Spielern zusammenspielen möchten.
Das ist sinnvoll, gerade weil Maus und Tastatur bei einem taktischen Shooter einen deutlichen Unterschied machen können.
Auch reine PvE-Inhalte sind vorhanden. Dadurch lässt sich das Spiel kennenlernen, ohne sofort ständig gegen erfahrene menschliche Gruppen antreten zu müssen.
Wer Extraction-Shooter grundsätzlich spannend findet, aber keine Lust auf permanenten PvP-Stress hat, bekommt hier einen vernünftigen Einstieg.
Düster, kalt und angenehm eigenständig
Optisch setzt Active Matter auf verlassene Industriegebiete, militärische Anlagen und zerstörte Städte. Diese zunächst vertrauten Schauplätze werden durch Anomalien und Kreaturen immer wieder gebrochen.
Die Welt bleibt glaubwürdig genug, damit die übernatürlichen Elemente tatsächlich fremd wirken. Gerade dadurch entsteht eine unangenehme Atmosphäre, die zwischen Militär-Shooter und Science-Fiction-Horror liegt.
Active Matter
Noch nicht komplett rund
Active Matter ist kein völlig glattgeschliffenes Erlebnis. Menüs können überfordern, einige Mechaniken benötigen Geduld und langfristig muss sich erst zeigen, wie gut Balance, Matchmaking und neue Inhalte funktionieren.
Trotzdem besitzt das Spiel etwas, das vielen neuen Extraction-Shootern fehlt: eine erkennbare eigene Idee.
Active Matter fühlt sich nicht wie eine bloße Kopie von Escape from Tarkov oder Hunt: Showdown an. Die Mischung aus taktischem Gunplay, Monstern, Anomalien und hohem Verlustrisiko entwickelt einen eigenen Charakter.
Wer schnelle Action und unkomplizierte Belohnungen sucht, dürfte hier schnell genervt sein. Wer dagegen gerne plant, Risiken abwägt und damit leben kann, dass ein einziger Fehler einen kompletten Raid zerstört, sollte Active Matter definitiv im Auge behalten.
Fazit
Active Matter ist kein zugänglicher Feierabend-Shooter. Und das ist seine größte Stärke.
Matter Team setzt auf langsames Gunplay, harte Verluste und eine Welt, in der neben anderen Spielern auch Monster und Anomalien permanent Druck erzeugen. Besonders die Mischung aus realistischem Militärstil und übernatürlichem Horror hebt das Spiel angenehm von vielen Genre-Konkurrenten ab.
Ganz rund ist das Paket allerdings noch nicht. Der Einstieg fällt unnötig sperrig aus, einige Systeme erklären sich nur widerwillig und auch die Menüführung könnte klarer sein.
Wer schnelle Matches, simple Belohnungsschleifen und möglichst wenig Reibung sucht, wird mit Active Matter vermutlich nicht glücklich. Wer dagegen gerne plant, Ausrüstung riskiert und mit dem Gedanken leben kann, nach 30 Minuten mit leeren Händen zurückzukehren, bekommt auf XBOX einen ungewöhnlich eigenständigen Extraction-Shooter.
Wertung: 8/10
Transparenz-Hinweis / Disclaimer: Der Key für Active Matter wurde uns kostenlos vom Publisher zur Verfügung gestellt. Eine inhaltliche Einflussnahme fand nicht statt. Alle Eindrücke und Bewertungen entsprechen meiner persönlichen Meinung.
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