Microsoft
XBOX-Führung unter Beschuss: Loftis übt scharfe Kritik
Nach dem überraschenden Abschied von Helen Chiang erhebt die frühere XBOX-Vizepräsidentin Shannon Loftis schwere Vorwürfe gegen die Führung des Unternehmens.
Die XBOX-Führung gerät nach dem überraschenden Ausscheiden von Helen Chiang zunehmend unter Druck. Nachdem die erst im Juli zur Chief Operating Officer ernannte Managerin Microsoft Ende Oktober verlassen hatte, meldet sich nun die frühere XBOX-Vizepräsidentin Shannon Loftis mit deutlicher Kritik zu Wort.
Im Mittelpunkt stehen die Umstände von Chiangs Abschied, Berichte über angebliche Verstöße gegen Unternehmensrichtlinien und die Frage, wie Microsoft mit vertraulichen Personalinformationen umgeht.
Shannon Loftis stellt sich öffentlich hinter Helen Chiang
Shannon Loftis kennt Microsoft aus jahrzehntelanger Erfahrung. Insgesamt 33 Jahre arbeitete sie für das Unternehmen, bevor sie 2022 ausschied. Nun hat sie sich auf LinkedIn öffentlich hinter Helen Chiang gestellt und die Führung von XBOX scharf kritisiert.
Ihre Botschaft ist eindeutig. Sie stehe vollständig auf Chiangs Seite.
Besonders kritisch bewertet Loftis die Weitergabe angeblich falscher Informationen über die Hintergründe des Ausscheidens. Ihrer Ansicht nach wirft dieser Vorgang grundlegende Fragen zum moralischen Verhalten und zur Klarheit innerhalb der XBOX-Führung auf.
Loftis argumentiert, dass eine verantwortungsvolle Unternehmensführung die Quelle solcher Informationen konsequent untersuchen und angemessene Maßnahmen ergreifen müsste. Schließlich könnten vertrauliche Personalangelegenheiten und deren öffentliche Darstellung auch rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Ihre Kritik richtet sich damit ausdrücklich gegen den Umgang der Verantwortlichen mit der Situation.
Helen Chiang widerspricht Berichten über Regelverstöße
Helen Chiang war insgesamt 21 Jahre bei Microsoft beschäftigt. Erst im Juli übernahm sie im Rahmen einer größeren Neuaufstellung von XBOX die Position der Chief Operating Officer.
Umso überraschender kam ihr Ausscheiden Ende Oktober.
XBOX-Chefin Asha Sharma informierte intern über den Abschied. Die entsprechende Mitteilung fiel allerdings ausgesprochen knapp aus und enthielt praktisch keine Erklärung für die Entscheidung.
In der Folge berichtete Eurogamer unter Berufung auf eine Quelle, Chiang sei wegen Verstößen gegen Unternehmensrichtlinien entlassen worden.
Dieser Darstellung widersprach Chiang inzwischen ausdrücklich. Sie erklärte, dass sie erhebliche Bedenken hinsichtlich des Umgangs von Microsoft mit der Angelegenheit habe.
Allerdings stellte sie in ihrer öffentlichen Reaktion nicht ausdrücklich infrage, dass sie aus ihrer Position entfernt worden sein könnte. Ihre Aussagen beziehen sich insbesondere auf die behaupteten Gründe für die Trennung.
Genau hier setzt die Kritik von Shannon Loftis an.
XBOX-Führung schweigt weiterhin zu den Hintergründen
In ihrem LinkedIn-Kommentar bezeichnet Loftis die mutmaßliche Weitergabe falscher Informationen als Ausdruck eines Verlusts an moralischer Integrität und Führungsstärke.
Sie stellt dabei auch die Frage, wer entschieden haben könnte, entsprechende Informationen weiterzugeben und welchem Zweck dies dienen sollte.
Konkrete Belege für eine gezielte Weitergabe durch die XBOX-Führung nennt der vorliegende Bericht allerdings nicht. Ebenso bleibt offen, woher die Informationen stammen, auf die sich Eurogamer ursprünglich berufen hatte.
Microsoft und XBOX haben bislang keine weiterführende offizielle Stellungnahme veröffentlicht. Die interne Mitteilung von Asha Sharma bleibt damit die einzige bekannte Erklärung des Unternehmens zum Ausscheiden von Helen Chiang.
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