Amazon Luna
Bildquelle: Amazon

Mit Amazon Luna wird es einen weiteren Anbieter für Cloud-Gaming geben. Doch was bedeutet das für Microsoft und Google, die bereits mit den eigenen Diensten xCloud und Stadia am Start sind.

Es war nach den ganzen Gerüchten nur eine Frage der Zeit, wenn Amazon in den Cloud-Gaming-Markt einsteigt. Gestern war es dann soweit und man hat mit Amazon Luna seinen eigenen Service offiziell vorgestellt. Doch was bedeutet das jetzt für Microsoft und Google?

Mit Amazon, Google und Microsoft gibt es nun drei große “Big Player” im Cloud-Gaming-Bereich, die natürlich um die Gunst der User kämpfen werden. Ok, es gibt auch kleinere Anbieter, wie z.B. bei uns in Deutschland, die Telekom mit Magenta Gaming aber die möchte ich hier einmal außen vor lassen.

Mit Twitch und natürlich der eigenen Cloud-Plattform AWS besitzt auch Amazon die besten Voraussetzungen, mit Luna einen Cloud-Gaming-Dienst anbieten zu können, der technisch einwandfrei funktioniert. Durch Twitch hat man bereits eine größere Userbase, die man durch die direkte Integration der beiden Dienste, schnell für Luna begeistern kann.

Beim Abo Modell versucht man durch einen günstigen monatlichen Preis, ähnlich wie Microsoft mit Cloud-Gaming über den Xbox Game Pass, zahlreiche User für sich gewinnen zu können. Hier sticht Stadia natürlich aktuell heraus, wo man für die Pro Version monatlich eine Gebühr zahlen muss und die Spiele gleich mit dazu. Monatlich bietet Google hier aber immer wieder kostenlose Spiele an.

Das alle drei, die technischen Voraussetzungen bieten können, steht außer Frage. Microsoft mit seiner Marke Xbox kann auch auf eine großer Userbase zurückgreifen. Somit stellt sich die Frage, womit kann man bei den Gamern punkten? Und hier muss man wohl ganz deutlich sagen, neben dem Preis, wohl auch mit den (exklusiven) Inhalten!

Mit dem Xbox Game Pass punktet Microsoft aktuell bei dem Gamern und konnte bereits über 15 Millionen Spieler dazu überzeugen, ein Abo abzuschließen. Auch die Übernahme der ganzen Entwicklerstudios und von Zenimax / Bethesda in dieser Woche stellt ganz klar dar, dass Microsoft hier niemanden den Platz überlassen möchte. Bereits in der Vergangenheit hat sich Xbox Chef Phil Spencer dahingehend geäußert, das nicht Sony der eigentliche Konkurrent ist, sondern eher Google, Amazon und wahrscheinlich auch Tencent. Der Einstieg von Amazon in den Cloud-Gaming-Markt unterstreicht diese Aussage ganz deutlich.

Das Xbox One Debakel hat sicher den Ausschlag gegeben, sich noch mehr mit den anderen Möglichkeiten für das Gaming zu beschäftigen. Mit xCloud und den Xbox Game Pass hat man hier die Weichen für die Zukunft gestellt. Weitere Studioübernahmen werden folgen um die Dienste zu starten. Für Microsoft ist ein verkaufte Konsole schon längst nicht mehr so wichtig, wie nach zu Xbox 360-Zeiten und dem Start der Xbox One im Jahre 2013.

Exklusive Inhalte werden wohl in Zukunft noch mehr dominieren, denn was gibt es für einen Anbieter mehr, als das man sagen kann, Spiel XY kannst Du “überall” spielen, solange Du bei uns Kunde bist. Mit Überall meine ich natürlich, das Endgerät deiner Wahl: Konsole, PC oder Mobiles Endgerät.

Es bleibt natürlich abzuwarten, was Sony machen wird, die mit PS Now ja eigentlich seit Jahren einen eigenen Cloud-Gaming-Dienst anbieten aber irgendwie hier die PS nicht auf die Straße bekommen und vielleicht auch dabei sind, den Anschluss zu verlieren.

Erst kürzlich hatte Sony Interactive Entertainment-CEO Jim Ryan verkündet, dass ein Abo-Dienst wie Xbox Game Pass nichts für die Marke PlayStation sein wird. Ob er beim Thema Cloud-Gaming ähnlich denkt?