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Compulsion Games sichert sich seine Unabhängigkeit
Nach einem Management Buyout ist Compulsion Games nicht länger Teil von Microsoft und XBOX. Das Studio hinter South of Midnight kann künftig wieder unabhängig agieren.
Compulsion Games ist offiziell nicht mehr Teil von XBOX. Das Entwicklerstudio hinter dem ausgezeichneten narrativen RPG South of Midnight hat einen Management Buyout abgeschlossen und sich damit von Microsoft getrennt. Für das Studio beginnt damit erneut eine Phase als unabhängiges Unternehmen.
Die Trennung folgt auf eine schwierige Zeit, in der Microsoft mehrere kleinere Studios schließen beziehungsweise Mitarbeiter entlassen wollte. Auch Compulsion Games war von diesen Entwicklungen betroffen. Statt die geplante Trennung lediglich hinzunehmen, entschied sich die Führung des Studios jedoch für einen eigenen Weg.
Wie aus einem exklusiven Interview mit GamesBeat hervorgeht, wurde der Management Buyout inzwischen vollständig abgeschlossen. Dadurch ist Compulsion Games wieder unabhängig und besitzt laut Bericht die vollständigen Rechte an den eigenen Marken, darunter auch South of Midnight.
South of Midnight
Compulsion Games verlässt Microsoft auf eigenen Bedingungen
Die Trennung von Microsoft kam nicht völlig überraschend. Laut den vorliegenden Informationen plante Compulsion Games seinen Ausstieg bereits seit den diesjährigen Game Awards.
Mit dem inzwischen abgeschlossenen Management Buyout ist dieser Schritt nun endgültig vollzogen. Das Studio gehört nicht mehr zu Microsoft und damit auch nicht mehr zu XBOX.
Besonders wichtig ist dabei die Kontrolle über die eigenen Spiele und Marken. Compulsion Games verfügt laut Bericht künftig vollständig über die eigenen geistigen Eigentumsrechte, die während der Zeit unter Microsoft entstanden sind.
Dazu zählt auch South of Midnight. Das narrative Rollenspiel gehört damit nach den vorliegenden Angaben zu den Marken, über deren Zukunft Compulsion Games selbst bestimmen kann.
Für das Studio verändert sich dadurch auch die wirtschaftliche Situation grundlegend. CEO Guillaume Provost erklärte, dass Einnahmen aus zukünftigen Käufen von Spielen des Studios nun direkt Compulsion Games zugutekommen.
„Es geht darum, das Studio zu unterstützen, nicht Microsoft“, erklärte Provost zur neuen Situation.
Für Compulsion Games bedeutet das eine deutlich stärkere Kontrolle über die eigene Zukunft. Entscheidungen über Projekte, Finanzierung und mögliche Partnerschaften können künftig innerhalb des unabhängigen Studios getroffen werden.
Die vollständigen Bedingungen des Management Buyouts sind allerdings nicht bekannt. Auch über konkrete Vereinbarungen zwischen Microsoft und Compulsion Games liegen im Ausgangstext keine weiteren Einzelheiten vor.
South of Midnight
Änderungen bei South of Midnight deuteten den Wechsel bereits an
Obwohl die offizielle Bestätigung erst jetzt erfolgt ist, gab es bereits zuvor Hinweise darauf, dass die Trennung abgeschlossen sein könnte.
Besonders deutlich war eine Änderung auf der Steam Seite von South of Midnight. Dort wurde Compulsion Games als Publisher eingetragen, während zuvor Microsoft als Publisher aufgeführt war.
Diese Änderung sorgte bereits vor der offiziellen Bekanntgabe für Spekulationen über den Status des Studios. Mit der Bestätigung des Management Buyouts ist nun klar, dass Compulsion Games tatsächlich wieder unabhängig arbeitet.
Der Zeitpunkt ist dabei eng mit den umfangreichen Veränderungen bei XBOX verbunden. Das Studio war zuvor ebenfalls von einer Entlassungswelle betroffen, die mehrere Bereiche des Unternehmens getroffen hatte.
South of Midnight entstand noch während der Zeit unter Microsoft. Durch die neue Eigentümerstruktur profitiert Compulsion Games laut den Aussagen von Provost nun direkt von zukünftigen Verkäufen seiner Titel.
Für dich als Spieler ändert sich dadurch vor allem, wer künftig über die Ausrichtung des Studios und seiner Marken entscheidet. Compulsion Games muss seine weitere Entwicklung nun selbst organisieren und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Finanzierung als unabhängiges Studio gesichert bleibt.
Genau daran arbeitet die Unternehmensführung offenbar bereits.
South of Midnight
Compulsion Games sucht neue Möglichkeiten zur Finanzierung
Die Unabhängigkeit eröffnet dem Studio neue Möglichkeiten, bringt jedoch gleichzeitig neue Aufgaben mit sich. Ohne Microsoft als Eigentümer muss Compulsion Games künftig selbst dafür sorgen, dass laufende Kosten und zukünftige Projekte finanziert werden können.
Das Studio hatte bereits zuvor erklärt, dass es offen für sogenannte Support Arbeiten ist. Compulsion Games möchte sich demnach nicht ausschließlich auf die Entwicklung und Finanzierung eigener neuer Projekte konzentrieren.
Stattdessen könnte das Studio auch mit anderen Entwicklern an größeren Produktionen zusammenarbeiten. Dabei wäre Compulsion Games als kreativer oder künstlerischer Partner beteiligt.
Eine solche Zusammenarbeit könnte zusätzliche Einnahmen schaffen und gleichzeitig die Arbeit an eigenen Projekten unterstützen. Das Studio würde damit nicht zwangsläufig ausschließlich seine eigenen Spiele produzieren, sondern könnte seine Erfahrung auch in andere Produktionen einbringen.
CEO Guillaume Provost soll bereits Gespräche mit anderen Studios geführt haben. Ziel dieser Gespräche ist laut Bericht, Compulsion Games wirtschaftlich stabil zu halten und die Zukunft des unabhängigen Unternehmens abzusichern.
Konkrete Projekte wurden bislang nicht genannt. Ebenso gibt es keine Angaben dazu, wann das nächste eigene Spiel von Compulsion Games vorgestellt werden könnte.
South of Midnight
Das Team ist heute kleiner als zuvor
Die neue Unabhängigkeit beginnt für Compulsion Games nicht unter denselben Bedingungen wie frühere Entwicklungsphasen. Das Team hinter South of Midnight ist laut Ausgangstext inzwischen kleiner.
Mehrere Entwickler wurden zuvor entlassen. Andere verließen das Unternehmen bereits vor dem geplanten Schließungstermin.
Damit muss Compulsion Games seine neue Zukunft mit weniger Mitarbeitern gestalten. Gleichzeitig verhindert der Management Buyout offenbar ein wesentlich drastischeres Szenario für das Studio.
Guillaume Provost beschreibt die gefundene Lösung deshalb positiv. Im Vergleich zur Alternative sei die Vereinbarung ein „ziemlich guter Deal“.
Dabei verweist er ausdrücklich darauf, dass ansonsten der Verlust aller Arbeitsplätze am 6. Juli im Raum gestanden hätte.
Diese Aussage verdeutlicht, unter welchen Umständen der Management Buyout zustande kam. Die Unabhängigkeit war für Compulsion Games nicht einfach nur eine strategische Entscheidung, sondern gleichzeitig eine Möglichkeit, das Studio in veränderter Form weiterzuführen.
Trotz der vorherigen Abgänge und Entlassungen zeigt sich Provost optimistisch. Das Unternehmen kann seine Arbeit fortsetzen und besitzt nun wieder größere Kontrolle darüber, welche Projekte es verfolgt und mit welchen Partnern es zusammenarbeitet.