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Konsolenmarkt 2026 vor deutlichem Einbruch

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Xbox Series X|S

Hohe Hardwarekosten, ältere Konsolen und wenige große Spiele belasten den weltweiten Konsolenmarkt.

Der Konsolenmarkt 2026 könnte erheblich unter Druck geraten. Nach aktuellen Analystendaten von S&P Global Market Intelligence Kagan sollen die weltweiten Auslieferungen von Heimkonsolen in diesem Jahr um 19,5 Prozent auf 33,9 Millionen Geräte fallen.

Die Prognose berücksichtigt ausschließlich stationäre Konsolen von Microsoft, Sony und Nintendo. Tragbare Systeme außerhalb dieses Bereichs fließen nicht in die Berechnung ein.

Als zentrale Gründe nennt das Marktforschungsunternehmen steigende Hardwarekosten sowie die anhaltenden Probleme bei Arbeitsspeicher und Speicherkomponenten. Dadurch werden aktuelle Konsolen für viele Spieler weniger erschwinglich.

Der erwartete Rückgang beendet zugleich die positive Entwicklung des Vorjahres. Nach der Veröffentlichung der Nintendo Switch 2 waren die weltweiten Konsolenauslieferungen 2025 um 13,5 Prozent auf 42,1 Millionen Geräte gestiegen.

Laut der im Juli 2026 erstellten Prognose dürfte sich die Lage zunächst weiter verschärfen. Für 2027 erwartet S&P einen Rückgang auf rund 27,1 Millionen ausgelieferte Konsolen. Anschließend soll sich der Markt schrittweise erholen und bis 2030 wieder ein Volumen von 37,4 Millionen Geräten erreichen.

Alte Hardware und wenige große Spiele belasten den Markt

Neil Barbour, Analyst bei S&P Global Market Intelligence, sieht mehrere Probleme, die sich gegenseitig verstärken. Viele verfügbare Konsolen seien entweder zu alt oder durch gestiegene Kosten für einen durchschnittlichen Käufer zu teuer.

Gleichzeitig fehle es außerhalb einiger weniger großer Veröffentlichungen an einem ausreichend starken Spieleangebot. Auch das wirtschaftliche Umfeld erschwere spürbare Entlastungen bei den Hardwarekosten.

Für die erwartete Erholung spielt die Entwicklung der Komponentenversorgung eine entscheidende Rolle. S&P geht davon aus, dass sich die Krise bis 2028 ausreichend abschwächen könnte. Dadurch könnten Sony und Microsoft neue Konsolengenerationen auf den Markt bringen.

Diese Annahme bildet eine wichtige Grundlage für die Prognose bis 2030. Bleiben Speicher und Arbeitsspeicher länger knapp, könnte sich die Erholung entsprechend verzögern.

Nintendo Switch 2

Nintendo Switch 2 bleibt wichtigster Wachstumstreiber

Für die Nintendo Switch 2 prognostiziert S&P im Jahr 2026 insgesamt 17,1 Millionen ausgelieferte Geräte. Damit würde sich die Konsole in ihrem zweiten Jahr auf einem ähnlichen Niveau wie die ursprüngliche Nintendo Switch und die Wii bewegen.

Nintendo selbst rechnet in seinem aktuellen Ausblick mit 16,5 Millionen verkauften Nintendo Switch 2 Konsolen im zweiten vollständigen Geschäftsjahr nach der Veröffentlichung. Das würde einem Rückgang von 16,9 Prozent entsprechen.

Neben einer Preiserhöhung sieht S&P das Spieleangebot als Belastung. In naher Zukunft fehle ein klarer Titel, der die Nachfrage über einen längeren Zeitraum antreiben könnte.

Pokémon Wind and Waves wird in diesem Zusammenhang als besonders wichtige Veröffentlichung genannt. Das Spiel soll jedoch erst Ende 2027 erscheinen. Damit fehlt der Nintendo Switch 2 vorerst ein großer Titel, der einen starken und unmittelbaren Einfluss auf die Hardwareverkäufe haben könnte.

Die Konsole bleibt dennoch ein zentraler Bestandteil des Marktes. Mit den prognostizierten 17,1 Millionen Geräten würde sie 2026 mehr als die Hälfte aller erwarteten Konsolenauslieferungen ausmachen.

PlayStation 5 fällt im sechsten Jahr zurück

Die PlayStation 5 erreichte 2025 über alle Modelle hinweg 17,1 Millionen ausgelieferte Geräte. Gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem Rückgang von 15,2 Prozent.

Für 2026 erwartet S&P eine weitere Abschwächung auf 13,2 Millionen Konsolen. Damit würde die PlayStation 5 deutlich hinter dem Ergebnis der Nintendo Switch 2 zurückbleiben.

Sony erhöhte im April 2026 aufgrund der anhaltenden Krise bei Arbeitsspeicher und Speicherkomponenten die Preise sämtlicher PlayStation 5 Modelle.

Barbour bewertet die Situation als schwierig. Die PlayStation 5 befindet sich bereits im sechsten Jahr ihres Lebenszyklus. Gleichzeitig wächst der Abstand zu den Verkaufszahlen der PlayStation 4 weiter.

Auch Grand Theft Auto 6 könnte diese Entwicklung laut dem Analysten nicht vollständig ausgleichen. Das Spiel dürfte zwar eine starke Nachfrage nach kompatibler Hardware erzeugen, doch die höheren Anschaffungskosten bleiben eine wesentliche Hürde.

S&P modelliert derzeit eine mögliche Veröffentlichung der PlayStation 6 im Jahr 2028. Im ersten Jahr könnte die neue Konsole laut Prognose vier Millionen Einheiten erreichen. Bis 2030 sollen die jährlichen Auslieferungen auf 17,2 Millionen Geräte steigen.

Diese Zahlen hängen allerdings von mehreren Voraussetzungen ab. Neben einer stabileren Versorgung mit Komponenten muss Sony eine neue Hardwaregeneration anbieten, die trotz hoher Produktionskosten genügend Spieler erreicht.

PlayStation 5

PlayStation 5 – Foto von Charles Sims auf Unsplash

XBOX Series X|S erreicht neuen Tiefstand

Microsoft lieferte 2025 rund 3,2 Millionen Geräte der XBOX Series X|S aus. Laut S&P war dies das niedrigste jemals für eine XBOX Generation erfasste Jahresergebnis. Im ersten Quartal 2026 fielen die Auslieferungen erstmals unter 500.000 Geräte. Für das gesamte Jahr erwartet S&P nur noch 2,5 Millionen verkaufte Konsolen.

Anschließend rechnet das Marktforschungsunternehmen mit einem schnellen Rückgang der Auslieferungen in Richtung null. Die aktuelle XBOX Generation könnte damit bereits vor der Einführung eines Nachfolgers deutlich an Marktbedeutung verlieren.

Barbour führt diese Entwicklung auf mehrere Faktoren zurück. Dazu zählt eine unausgeglichene Bibliothek eigener Spiele. Zudem habe Microsofts Schwerpunkt auf Abonnements die Hardwareverkäufe nicht erkennbar gestärkt.

Auch die Positionierung der Konsole erschwert den Absatz. Die XBOX Series X ist inzwischen teurer als eine Standardausführung der PlayStation 5.

Microsoft arbeitet an einer neuen XBOX Konsole mit dem Codenamen Project Helix. Das System soll sowohl XBOX Spiele als auch PC Spiele unterstützen. Außerdem ist eine Abwärtskompatibilität vorgesehen. Dieser breitere Ansatz könnte jedoch zu höheren Hardwarekosten führen. Barbour sieht deshalb das Risiko, dass sich die nächste XBOX Generation vor allem an ein kleineres Publikum aus besonders engagierten Spielern richtet.

S&P erwartet für die kommende XBOX Konsole rund zwei Millionen Verkäufe im Veröffentlichungsjahr. Bis 2030 könnten die jährlichen Auslieferungen auf 7,3 Millionen Geräte steigen.

Die Analysten weisen allerdings ausdrücklich darauf hin, dass die tatsächliche Entwicklung erheblich von dieser Prognose abweichen kann. Microsoft hat noch nicht vollständig offengelegt, welche Form die nächste XBOX Hardware annehmen wird.

Ein vollständig offenes PC System mit XBOX Marke würde kaum noch einer klassischen Konsole entsprechen. Ein solches Gerät könnte deshalb außerhalb des verwendeten Prognosemodells liegen.

S&P betrachtet die Zahlen nach 2027 daher als mögliche Bandbreite. Die Prognose liegt zwischen einem klassischen Nachfolger der XBOX Series X|S und einem Zertifizierungsmodell, bei dem PC Hersteller eigene Geräte mit XBOX Funktionen anbieten.

XBOX Series X|S

Ausblick auf den Konsolenmarkt bis 2030

Die Prognose zeigt für den Konsolenmarkt zunächst eine schwierige Phase. Nach 33,9 Millionen ausgelieferten Geräten im Jahr 2026 könnte der Absatz 2027 auf nur noch 27,1 Millionen Konsolen sinken.

Eine Erholung erwartet S&P erst für die folgenden Jahre. Bis 2030 könnten die weltweiten Auslieferungen wieder 37,4 Millionen Geräte erreichen.

Entscheidend bleiben die Entwicklung der Komponentenversorgung und die Einführung neuer Hardware. Auch starke Spieleveröffentlichungen werden eine wichtige Rolle spielen. Einzelne große Titel allein dürften die strukturellen Probleme des Marktes jedoch nicht vollständig lösen.

Für dich als Spieler bedeutet diese Entwicklung, dass sich der Konsolenmarkt in einer Übergangsphase befindet. Die aktuelle Hardware wird älter, während neue Systeme noch nicht vollständig vorgestellt wurden. Gleichzeitig begrenzen gestiegene Produktionskosten den Spielraum der Hersteller.

Besonders offen bleibt die Zukunft von XBOX. Microsofts Entscheidungen rund um Project Helix könnten bestimmen, ob das Unternehmen weiterhin eine klassische Konsole anbietet oder seine Hardwarestrategie stärker mit dem PC Markt verbindet.

Sony setzt in der Prognose auf einen möglichen Generationswechsel im Jahr 2028. Nintendo bleibt mit der Nintendo Switch 2 kurzfristig der wichtigste Anbieter für hohe Stückzahlen, muss aber bis zur Veröffentlichung weiterer großer Spiele mit einer schwächeren Nachfrage rechnen.

Der Konsolenmarkt dürfte sich deshalb nicht gleichmäßig erholen. Die Entwicklung hängt von neuen Geräten, attraktiven Spielen und einer Entspannung bei wichtigen Komponenten ab. Bis dahin bleiben sinkende Auslieferungen das bestimmende Thema.

 

Quelle: gamesindustry.biz
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