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Konsolen müssen sich neu erfinden

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Xbox Next - K.I. generiert

Peter Moore und Shawn Layden sehen steigende Herstellungskosten, fehlende Kaufanreize und begrenzte Zielgruppen als zentrale Gefahren für kommende Konsolengenerationen.

Konsolen müssen sich neu erfinden, wenn PlayStation und XBOX auch in kommenden Generationen relevant bleiben wollen. Davon sind der frühere Sega of America Präsident und ehemalige Microsoft Gaming Vizepräsident Peter Moore sowie der ehemalige Präsident von Sony Interactive Entertainment America Shawn Layden überzeugt.

Beide Branchenveteranen sehen die Konsolenhersteller vor einer schwierigen Aufgabe. Die Herstellung neuer Hardware wird teurer, während die technischen Unterschiede zwischen den Generationen für dich als Spieler immer schwerer zu erkennen sind. Gleichzeitig müssen Sony und XBOX überzeugende Gründe liefern, weshalb du erneut eine neue Konsole kaufen solltest.

Moore und Layden setzen dabei unterschiedliche Schwerpunkte. Layden verlangt mehr Kreativität und Vielfalt bei der Entwicklung von Spielen. Moore sieht vor allem bei Geschäftsmodellen und der technischen Bereitstellung von Inhalten erheblichen Veränderungsbedarf.

Gemeinsam ist beiden Positionen die Überzeugung, dass ein einfaches Weiterführen der bisherigen Strategie nicht ausreichen wird. Neue Konsolen benötigen mehr als höhere Auflösungen, zusätzliche Grafikeffekte oder leicht verbesserte Bildraten.

Project Helix

Steigende Kosten bedrohen das klassische Konsolenmodell

Peter Moore erklärt, dass Konsolenhardware für Hersteller traditionell nicht das eigentliche Gewinnzentrum darstellt. Die Geräte dienen vielmehr als Zugang zu einem geschlossenen Ökosystem, in dem du anschließend Spiele, Zusatzinhalte und weitere digitale Angebote kaufst.

Vor jeder neuen Generation kalkulieren die Unternehmen zahlreiche Faktoren. Sie müssen einschätzen, welchen Betrag Käufer für neue Hardware akzeptieren, wie viele Spiele verkauft werden können und welche Einnahmen durch zusätzliche Inhalte entstehen. Dazu kommen Produktionskosten, Werbung und langfristige Erlöse innerhalb des jeweiligen Ökosystems.

Besonders problematisch entwickelt sich laut Moore die Versorgung mit Chips. Durch die starke Nachfrage aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz konkurriert die Spielebranche mit Unternehmen, die deutlich größere Mengen an Halbleitern bestellen können.

Moore beschreibt Chips deshalb als außergewöhnlich wertvolle Ressourcen. Für Konsolenhersteller wird es schwieriger, genügend Bauteile zu erhalten und gleichzeitig Produktionskosten zu kontrollieren.

Shawn Layden warnt in diesem Zusammenhang vor Konsolen mit einem vierstelligen Preis. Eine solche Preisgrenze könne die Verbreitung neuer Hardware erheblich verlangsamen.

Gerade zum Start einer neuen Generation steht meist nur eine begrenzte Auswahl an Spielen zur Verfügung. Ein hoher Einstiegspreis trifft deshalb auf ein vergleichsweise kleines Angebot, das den Kauf nicht für jeden Spieler rechtfertigt.

In früheren Generationen konnten deutliche technische Fortschritte einen Neukauf leichter erklären. Neue Hardware bot sichtbar bessere Grafik, neue Funktionen und größere spielerische Möglichkeiten.

Nach Ansicht von Layden werden diese Unterschiede inzwischen kleiner. Weitere Verbesserungen beim Raytracing oder bei hohen Bildraten sind zwar technisch messbar, für dich aber nicht zwangsläufig deutlich wahrnehmbar.

Genau darin liegt ein zentrales Problem. Wenn eine kommende PlayStation der aktuellen Generation sehr ähnlich erscheint, muss Sony den Mehrwert an anderer Stelle schaffen. Gleiches gilt für XBOX und mögliche künftige Hardwarekonzepte.

Shawn Layden fordert mehr kreative Spiele

Für Layden liegt die entscheidende Lösung auf der Ebene der Software. Neue Konsolen benötigen Spiele, die nicht nur bestehende Zielgruppen bedienen, sondern auch Menschen erreichen, die bisher wenig Interesse an klassischen Videospielen zeigen.

Er kritisiert, dass sich viele große Produktionen auf wiederkehrende Themen und bekannte Strukturen konzentrieren. Dazu gehören Szenarien mit Zombie Katastrophen, Weltraumsoldaten, Drachen und bewaffneten Kriegern.

Diese Spiele können erfolgreich sein und eine bestehende Zielgruppe ansprechen. Sie erweitern die Reichweite des Mediums nach Laydens Einschätzung jedoch nur begrenzt.

Auch besonders große Veröffentlichungen wie Grand Theft Auto erreichen nicht automatisch jeden Menschen. Ein kommerziell bedeutendes Spiel kann innerhalb der Branche eine enorme Wirkung entfalten, ohne Personen anzusprechen, die grundsätzlich kein Interesse an dieser Art von Erfahrung haben.

Layden vergleicht die gesellschaftliche Wirkung von Videospielen mit Musik. Die Spielebranche erzielt hohe Umsätze, erreicht kulturell aber nicht dieselbe Breite. Viele Menschen haben ein Lieblingslied, während deutlich weniger Personen ein bevorzugtes Videospiel nennen würden.

Die Branche verdient damit zunehmend mehr Geld mit derselben Zielgruppe. Neue Spieler werden dagegen nicht im gleichen Umfang gewonnen.

Für dich bedeutet das, dass sich große Publisher weiterhin auf bekannte Marken, etablierte Genres und bewährte Spielsysteme konzentrieren. Diese Strategie reduziert Risiken, kann langfristig aber zu einem immer einheitlicheren Angebot führen.

Layden fordert deshalb Spiele für unterschiedliche Interessen und Lebensrealitäten. Dafür müssten auch mehr Entwickler aus verschiedenen Ländern und kulturellen Hintergründen an neuen Projekten arbeiten.

Er nennt Uruguay und Bulgarien als Beispiele für Regionen, deren kreative Perspektiven stärker berücksichtigt werden könnten. Entscheidend ist für ihn nicht nur die Anzahl neuer Spiele, sondern auch die Vielfalt der Menschen, die sie entwickeln.

Ein weiteres Problem sieht Layden bei der Auffindbarkeit neuer Inhalte. Früher konnten Mitarbeiter in einem Geschäft Spiele empfehlen und Käufer gezielt auf unbekannte Titel aufmerksam machen.

Mit dem Rückgang physischer Datenträger verliert diese Form der persönlichen Empfehlung an Bedeutung. Digitale Plattformen müssen deshalb bessere Wege schaffen, damit du neue und ungewöhnliche Spiele überhaupt entdecken kannst.

Layden erinnert außerdem an den zusätzlichen Nutzen der PlayStation 2 als DVD Player. Diese Funktion machte die Konsole auch für Haushalte interessant, die sie nicht ausschließlich zum Spielen kaufen wollten.

Eine neue Konsole benötigt aus seiner Sicht einen ähnlich überzeugenden Mehrwert. Reine Leistungssteigerungen reichen dafür nicht zwingend aus.

Wenn Hersteller weiterhin hauptsächlich ähnliche Shooter und bekannte Fortsetzungen produzieren, können sie ihre treue Kernzielgruppe halten. Ein deutlich größeres Publikum erreichen sie damit jedoch kaum.

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Peter Moore sieht die Zukunft jenseits der Konsole

Peter Moore nähert sich dem Thema aus einer anderen Richtung. Er hält neue Geschäftsmodelle für einen möglichen Weg, um steigende Hardwarekosten abzufangen.

Dabei verweist er auf frühere Versuche von Sega, Konsolen mit längerfristigen Onlineverträgen zu verbinden. Die Dreamcast wurde gemeinsam mit einer Bindung an SegaNet angeboten.

Das damalige Modell scheiterte aus verschiedenen Gründen. Moore glaubt jedoch, dass ähnliche Konzepte mit moderner Technik heute besser funktionieren könnten.

Das Prinzip besteht darin, die Einstiegshürde für Hardware zu senken und Einnahmen später über Dienste, Inhalte und langfristige Kundenbindungen zu erzielen. Moore vergleicht dieses Vorgehen mit Druckern, bei denen ein großer Teil des Umsatzes erst durch den regelmäßigen Kauf von Tinte entsteht.

Für Konsolenhersteller könnte dieses Modell wichtiger werden, wenn Spieler die Anschaffung einer neuen Konsole nicht mehr finanzieren können oder wollen.

Moore geht allerdings noch einen Schritt weiter. Da die Unternehmen ihr Geld überwiegend mit Software und Diensten verdienen, könnten sie langfristig vollständig auf eigene Hardware verzichten.

Voraussetzung dafür wäre, dass sie ihre Ökosysteme auch ohne klassische Konsole kontrollieren und wirtschaftlich betreiben können. Spiele könnten direkt über Fernseher, Streamingtechnik oder integrierte Chips verfügbar werden.

In diesem Szenario brauchst du keine separate Box mehr zwischen Controller und Bildschirm. Du öffnest eine Spielebibliothek direkt auf dem Fernseher, siehst verfügbare Titel und steigst unmittelbar in ein Spiel ein.

Entscheidend sind dabei geringe Verzögerungen und eine zuverlässige Übertragung. Sobald Latenz kaum noch wahrnehmbar ist, verliert klassische Konsolenhardware einen Teil ihrer bisherigen Bedeutung.

Moore betont, dass die Branche bereits bei mehreren Generationen über ein mögliches Ende der klassischen Konsole diskutiert hat. Bislang blieb eine eigenständige Hardware weiterhin notwendig.

Die aktuellen Kostenentwicklungen könnten diese Debatte jedoch verschärfen. Können Sony und XBOX keine bezahlbare und überzeugende Lösung anbieten, könnten Spieler selbst eine Alternative wählen.

Der PC spielt dabei eine wichtige Rolle. Du kannst einen Rechner mit einem Fernseher verbinden, einen Controller verwenden und das System ähnlich wie eine Konsole nutzen.

Moore hält es deshalb für möglich, dass der PC für viele Spieler zur eigentlichen Konsole wird. Videospiele würden dadurch nicht verschwinden. Lediglich die Bedeutung traditioneller Konsolenhersteller könnte sinken.

XBOX Next vs. PS6

Bild: KI generiert – XBOX Next vs. PS6

Quelle: Kotaku
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