InsideXbox.de | Social Media

Spiele

Perfect Dark: Streit um Rechte verhindert Rettung des Spiels

Xbox News von

am

Perfect Dark

Das endgültige Scheitern von Perfect Dark ist ein Paradebeispiel dafür, wie kompliziert die Spieleindustrie hinter den Kulissen funktioniert.

TL;DR: Microsoft hatte Crystal Dynamics nach der offiziellen Einstellung von Perfect Dark die Chance gegeben, das Spiel doch noch zu retten. Doch Verhandlungen mit Take-Two scheiterten an den Lizenzrechten und das bedeutete das endgültige Aus für das Projekt.


Es klang wie ein kleines Wunder: Nachdem Microsoft im Juli mit massiven Entlassungen die gesamte Entwicklertruppe hinter Perfect Dark geschlossen und das Spiel offiziell eingestellt hatte, bot sich doch noch ein Hoffnungsschimmer. Laut einem Bericht von Bloomberg-Journalist Jason Schreier erhielten die verbliebenen Entwickler von Crystal Dynamics die Gelegenheit, das Projekt wiederzubeleben.

Doch dieser Plan war von Beginn an kompliziert. Crystal Dynamics gehört nicht Microsoft, sondern der Embracer Group – einem Unternehmen, das selbst seit Monaten in finanziellen Turbulenzen steckt. Um Perfect Dark zu retten, versuchte Embracer, gemeinsam mit dem Publisher Take-Two eine Lösung zu finden: Finanzierung, Entwicklung und Veröffentlichung aus einer Hand.

Perfect Dark

Lizenzrechte als Stolperstein

Die entscheidenden Gespräche zwischen Embracer, Take-Two und Microsoft scheiterten jedoch an einem zentralen Punkt: den Rechten an Perfect Dark. Laut Insidern konnten sich die Beteiligten nicht über die langfristige Eigentümerschaft einigen. Damit platzte der Deal – und für Crystal Dynamics bedeutete das weitere Entlassungen, wie IGN vergangene Woche berichtete. Inzwischen hat das Studio das Projekt vollständig aufgegeben.

Dass Microsoft die Rechte nicht aus der Hand geben wollte, überrascht wenig. Das Unternehmen sicherte sich die Franchise bereits 2002 mit dem Kauf von Rare. Perfect Dark gilt als geistiger Nachfolger von GoldenEye 007 auf dem Nintendo 64 – einem Spiel, das selbst jahrzehntelang aufgrund komplizierter Lizenzen nicht neu aufgelegt werden konnte.

Parallelen zu Hi-Fi Rush

Die Situation erinnert stark an die Rettung von Tango Gameworks, dem Studio hinter Hi-Fi Rush. Auch dieses stand nach Microsofts Kürzungen vor dem Aus. Doch anders als bei Perfect Dark konnte eine Lösung gefunden werden: Microsoft vermittelte den Verkauf an Krafton, das Mutterunternehmen von PUBG. Der entscheidende Unterschied: Hi-Fi Rush war bereits veröffentlicht, hatte sich zu einem Überraschungshit entwickelt und zahlreiche Preise gewonnen. Die Fans reagierten damals empört auf die drohende Schließung – der öffentliche Druck war enorm.

Bei Perfect Dark hingegen lag die Lage anders. Das Spiel befand sich noch mitten in der Entwicklung, ohne greifbaren Erfolg oder Rückhalt einer breiten Fanbasis. Für Microsoft war es offenbar einfacher, das Projekt endgültig zu stoppen, anstatt komplizierte Rechtefragen zu lösen.

Perfect Dark

Quelle: The Verge
Kommentieren

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Trending