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Halo: Campaign Evolved im Test: Meine Rückkehr auf den Ring
Das Halo Remake bewahrt die Seele des Originals und bringt den legendären Ring mit moderner Grafik, verbessertem Gunplay und neuen Missionen zurück.
Halo: Campaign Evolved bringt eine der wichtigsten Kampagnen der XBOX Geschichte zurück. Ich bin Dimi vom Scarlett Podcast und habe das Spiel vollständig auf dem Schwierigkeitsgrad Legendär durchgespielt. Als Halo Fan der ersten Stunde war diese Rückkehr für mich mit enormen Erwartungen verbunden.
Halo ist für mich nicht einfach nur eine bekannte Videospielreihe. Es ist die wichtigste Reihe, die es für mich überhaupt gibt. Entsprechend groß war die Vorfreude auf das Remake, gleichzeitig war aber auch eine deutliche Sorge vorhanden.
Das Spiel ist das erste Halo mit der Unreal Engine und zugleich das erste Projekt unter dem neuen Namen des Studios. Diese Veränderungen hätten dazu führen können, dass sich Halo plötzlich nicht mehr wie Halo anfühlt. Gerade das besondere Gunplay, der Rhythmus der Kämpfe und das Zusammenspiel aus Schild, Nahkampf und Granaten bilden seit jeher den Kern der Reihe.
Ein Verlust dieses Spielgefühls wäre für mich der schlimmste mögliche Ausgang gewesen. Nach dem vollständigen Durchspielen kann ich jedoch festhalten, dass diese Sorge größtenteils unbegründet war.
Ein vertrauter Start mit neuen Inhalten
Beim ersten Start erwartet dich ein angenehm aufgeräumtes Menü. Der Hintergrund wirkt klassisch, die Oberfläche konzentriert sich auf die wichtigsten Optionen und Funktionen. Bereits dieser erste Eindruck vermittelt eine klare Nähe zum ursprünglichen Halo.
Inhaltlich besteht das Spiel aus der klassischen Kampagne von Halo 1 sowie drei neuen Bonusmissionen. Diese zusätzlichen Einsätze spielen etwa ein Jahr vor den Ereignissen auf Installation 04. Damit erweitert das Remake den bekannten Umfang, ohne die ursprüngliche Kampagne zu verdrängen.
Die Hauptkampagne bleibt das Herzstück von Halo: Campaign Evolved. Die Bonusmissionen verstehen sich dagegen als Ergänzung, die weitere Begegnungen, Gebiete und Waffen liefert. Dieser Aufbau funktioniert gut, da das Original weiterhin klar im Mittelpunkt steht.
Grafikmodi auf XBOX Series X|S
Wie bei vielen aktuellen Spielen stehen zwei Grafikoptionen zur Auswahl. Du kannst dich zwischen dem Performance Modus und dem Qualitätsmodus entscheiden. Der Qualitätsmodus bietet eine höhere Auflösung, während der Performance Modus stabile 60 Bilder pro Sekunde ermöglicht.
Ich habe ungefähr 99 Prozent meiner Spielzeit im Performance Modus verbracht. Nachdem ich mich an die flüssige Darstellung gewöhnt hatte, fühlte sich der Qualitätsmodus für mich kaum noch spielbar an. Der Unterschied im direkten Spielgefühl war deutlich spürbar.
Auch im Performance Modus sieht das Halo Remake auf XBOX Series X sehr schön aus. Besonders die Kontraste, der Lichteinfall und der allgemeine Stil überzeugen. Die optische Ausrichtung trifft den Charakter von Halo sehr genau.
An einigen Stellen fällt auf, dass die Auflösung bei 60 Bildern pro Sekunde nicht immer das höchstmögliche Niveau erreicht. Während meiner gesamten Spielzeit hat mich das allerdings nur selten gestört. Die flüssige Steuerung und die stabile Bildrate waren für mich wesentlich wichtiger.
Der visuelle Stil schafft es, die bekannten Umgebungen moderner wirken zu lassen, ohne ihre Identität zu verlieren. Das ist gerade bei einem Spiel wie Halo entscheidend. Die Welt darf technisch überarbeitet werden, muss aber weiterhin dieses besondere Gefühl von Weite, Einsamkeit und fremdartiger Schönheit vermitteln.
Genau das gelingt dem Remake über weite Strecken. Installation 04 wirkt erneut geheimnisvoll, majestätisch und gefährlich. Die neue Technik unterstützt die Atmosphäre, anstatt sie vollständig zu verändern.
Halo: Campaign Evolved
Eine weiterhin beeindruckende Geschichte
Die Geschichte von Halo 1 ist auch heute noch großartig. Während des Spielens musste ich häufig daran denken, wie besonders es sein muss, den Halo Ring zum ersten Mal zu betreten. Das Worldbuilding besitzt auch 25 Jahre später eine außergewöhnliche Wirkung.
Die verschiedenen Spezies unter dem Banner der Allianz sorgen für abwechslungsreiche Begegnungen. Später kommen die Flood, die Sentinels und der sogenannte Hausmeister des Rings, 343 Guilty Spark, hinzu. Auch die UNSC spielt innerhalb dieser Verflechtungen eine zentrale Rolle.
Diese unterschiedlichen Gruppen und Interessen greifen im Verlauf der Handlung immer stärker ineinander. Dadurch wirkt die Welt groß, lebendig und geheimnisvoll. Die Kampagne schafft es, ihre Geschichte schrittweise zu erweitern, ohne den Spieler sofort mit allen Zusammenhängen zu überfordern.
Die Handlung kann sich aus meiner Sicht problemlos mit großen Filmreihen aus dem Bereich Science Fiction messen. Halo erzählt nicht nur von einem militärischen Konflikt. Die Kampagne verbindet Entdeckung, Bedrohung, Verrat und Überlebenskampf zu einer Geschichte, die bis heute funktioniert.
Gerade neue Spieler könnten durch das Remake nachvollziehen, weshalb Halo einen so großen Einfluss auf die XBOX Geschichte hatte. Der erste Blick auf den Ring, die Begegnungen mit der Allianz und die spätere Enthüllung der Flood besitzen weiterhin eine enorme Wirkung.
Starke Zwischensequenzen mit technischen Problemen
Die Zwischensequenzen hinterlassen grundsätzlich einen sehr positiven Eindruck. Sie sind grafisch hochwertig, passen zum überarbeiteten Stil und setzen die Geschichte wirkungsvoll in Szene. Auch das neue Design von Cortana hat mir sehr gut gefallen.
Die Darstellung erinnerte mich stellenweise an Weapon, die KI aus Halo Infinite. Trotzdem bleibt Cortana klar als bekannte Figur erkennbar. Das neue Design wirkt modern, ohne die Verbindung zur ursprünglichen Version vollständig aufzugeben.
In meiner Vorabversion gab es allerdings deutliche technische Probleme. Einige Zwischensequenzen ruckelten stark. Zusätzlich traten mehrfach auffällige Bildartefakte auf.
Das Bild wirkte stellenweise außerdem sehr dunkel. Dadurch gingen einzelne Details verloren, obwohl die Szenen grundsätzlich hochwertig gestaltet waren. Diese Probleme stellten während des Durchspielens einen sichtbaren Makel dar.
Es bleibt zu hoffen, dass diese Punkte bis zur Veröffentlichung behoben werden. Die Grundlage der Zwischensequenzen ist überzeugend. Eine stabilere Darstellung würde dafür sorgen, dass ihre Inszenierung auch technisch das gewünschte Niveau erreicht.
Halo bleibt beim Gameplay unverkennbar
Der wichtigste Punkt eines Halo Remakes ist das Gameplay. Halo muss sich wie Halo anfühlen. Dieses Gefühl lässt sich nur schwer vollständig beschreiben, da sich die Reihe seit jeher anders spielt als viele andere Shooter.
Das Schildsystem, der starke Nahkampf und der gezielte Einsatz von Granaten bestimmen den Rhythmus der Gefechte. Für neue Spieler können diese Mechaniken zunächst eine Hürde darstellen. Wer Halo wie einen gewöhnlichen Shooter spielt, wird besonders auf höheren Schwierigkeitsgraden schnell bestraft.
Meine größte Sorge war, dass die neue Engine Teile dieses Gefühls verändern könnte. Nach dem vollständigen Durchspielen kann ich Entwarnung geben.
Halo ist immer noch Halo und fühlt sich in einigen Momenten sogar stärker nach Halo an als zuvor.
Zu Beginn musste ich mich etwas an das Zielen gewöhnen. Nach ein oder zwei kleinen Anpassungen an den Einstellungen fühlte sich die Steuerung für mich jedoch sehr angenehm an. Danach habe ich im Verlauf der Kampagne fast jede Waffe gerne eingesetzt.
Das Gunplay wurde gegenüber dem Original spürbar verbessert. Auch die Darstellung der Waffen wirkt moderner und kraftvoller. Treffer, Bewegungen und Wechsel zwischen den Ausrüstungsgegenständen passen gut zum bekannten Kampfrhythmus.
Lediglich das Scharfschützengewehr fühlt sich für mich weiterhin etwas zu schwach an. Dieses Problem bestand bereits im Original. Abseits davon konnte ich beim Waffenverhalten nur wenige Kritikpunkte finden.
Sowohl menschliche als auch außerirdische Waffen besitzen klare Einsatzbereiche. Bestimmte Waffen funktionieren gegen manche Gegner deutlich besser als andere. Dadurch wirst du regelmäßig dazu gebracht, deine Ausrüstung zu wechseln und verschiedene Möglichkeiten auszuprobieren.
Gerade auf dem Schwierigkeitsgrad Legendär ist dieser Wechsel entscheidend. Munition ist wertvoll, Gegner halten mehr aus und falsche Entscheidungen können schnell zum Tod führen. Das Spiel belohnt dich dafür, wenn du die Eigenschaften der einzelnen Waffen und Gegner kennst.
Legendär bleibt eine echte Herausforderung
Ich habe die gesamte Geschichte auf Legendär abgeschlossen. Der Schwierigkeitsgrad liefert eine starke und überwiegend faire Herausforderung. Gegner verursachen erheblichen Schaden und selbst einfache Grunts können gefährlich werden.
Du kannst dich nicht darauf verlassen, kleinere Einheiten einfach zu ignorieren. Jede Gegnergruppe besitzt das Potenzial, eine Situation eskalieren zu lassen. Besonders dann, wenn mehrere Einheitentypen zusammen auftreten, entsteht der typische taktische Druck der Halo Reihe.
Die fair gesetzten Rücksetzpunkte erleichtern den Fortschritt. Nach einem Fehler musst du in der Regel keine unnötig langen Abschnitte wiederholen. Dadurch bleibt der Schwierigkeitsgrad fordernd, ohne dauerhaft frustrierend zu wirken.
Eine andere Schwäche hat mein Erlebnis allerdings ebenfalls vereinfacht. Die Gegner KI konnte nicht immer mit dem hohen Niveau der übrigen Kampagne mithalten. Halo Gegner waren traditionell besonders interessant, weil jede Einheit eigene Verhaltensweisen und erkennbare Eigenschaften besitzt.
Auch im Remake habe ich die Kämpfe gegen die unterschiedlichen Spezies der Allianz sehr genossen. Die verschiedenen Rollen innerhalb einer Gruppe sorgen weiterhin für Dynamik. Einige Einheiten greifen aggressiv an, während andere zurückweichen, Deckung suchen oder Unterstützung bieten.
Während meiner Spielzeit kam es jedoch zwei oder drei Mal vor, dass Gegner vollständig stehen blieben. In anderen Situationen folgten sie mir nicht in angrenzende Räume. Dadurch konnte ich bestimmte Begegnungen leichter ausnutzen.
Diese Aussetzer traten nicht ständig auf und zerstörten das Spielerlebnis nicht. Bei einem Halo Spiel fallen solche Momente trotzdem deutlich auf. Die Reihe hat bei der Gegner KI einen hohen eigenen Standard gesetzt, an dem sich auch das Remake messen lassen muss.
Halo: Campaign Evolved – Screenshot aus dem Trailer
Drei Bonusmissionen vor Halo 1
Die drei Bonusmissionen spielen vor den Ereignissen der ersten Kampagne. Ich hatte von diesen zusätzlichen Inhalten zunächst nicht besonders viel erwartet. Der gewählte Ansatz hat mich am Ende jedoch positiv überrascht.
Du bist erneut als Master Chief in feindlichem Gebiet unterwegs. Statt Cortana begleitet dich Sergeant Johnson. Dadurch entsteht eine andere Dynamik als in der Hauptkampagne.
Die Missionen liefern neue Gebiete, interessante Zwischensequenzen und andere Gegnergruppen. Dazu gehören beispielsweise Brutes, die in der ursprünglichen Kampagne von Halo 1 noch keine Rolle spielten. Auch Waffen aus späteren Halo Spielen sind enthalten.
Diese Waffen fühlen sich ausgesprochen gut an. Teilweise wirken sie sogar besser als in ihren bisherigen Auftritten. Dadurch erhalten die Bonusmissionen spielerisch eine eigene Identität.
Gleichzeitig sind die Einsätze auf eine ungewöhnliche Weise abwechslungsreich und monoton. Neue Schauplätze, andere Gegner und zusätzliche Ausrüstung sorgen für frische Eindrücke. Der grundsätzliche Missionsaufbau besteht jedoch häufig aus einer Reihe aufeinanderfolgender Kampfräume.
In diesen Bereichen besiegst du mehrere Gegnerwellen, bevor es in den nächsten Abschnitt geht. Das ist nicht grundsätzlich schlecht, da es sich um zusätzliche Missionen handelt. Trotzdem fehlt einigen Begegnungen eine kreativere Struktur.
Dieser Punkt bleibt für mich der größte Kritikpunkt an einer ansonsten gelungenen Idee. Die Bonusmissionen erweitern den Umfang sinnvoll und geben dir weitere Gelegenheiten, das verbesserte Kampfsystem zu nutzen. Sie erreichen beim Missionsdesign jedoch nicht immer die Qualität der stärksten Abschnitte der Hauptkampagne.
Sergeant Johnson ist in diesen Missionen außerdem etwas überzeichnet. Seine Kommentare können auf Dauer leicht anstrengend werden. In meiner Erinnerung wirkte die Figur früher etwas cooler und weniger aufdringlich.
Schädel und Wiederspielbarkeit
Das Remake bietet verschiedene Möglichkeiten, die Kampagne erneut zu erleben. Dazu gehören auch die bekannten Schädel, die du in den unterschiedlichen Leveln finden kannst. Diese Modifikatoren verändern bestimmte Regeln und erhöhen die Wiederspielbarkeit.
Gerade für erfahrene Halo Spieler entsteht dadurch ein zusätzlicher Anreiz. Nach dem ersten Durchlauf kannst du bekannte Missionen mit anderen Bedingungen erneut angehen. Die Kampagne erhält damit mehr Variation, ohne ihren grundlegenden Aufbau zu verändern.
Den Koop Modus konnte ich während meiner Vorabzeit leider noch nicht ausprobieren. Trotzdem ist es wichtig, dass dieses Feature direkt zur Veröffentlichung verfügbar ist. Bei Halo war das in der Vergangenheit nicht immer selbstverständlich.
Koop gehört für viele Spieler fest zur Identität der Reihe. Die Möglichkeit, die Kampagne gemeinsam zu erleben, ist daher mehr als ein kleiner Zusatz. Sie ist ein zentraler Bestandteil des gesamten Pakets.
Fazit zum Halo Remake
Ich bin mit Halo: Campaign Evolved extrem glücklich. Der wichtigste Grund dafür ist, dass dieses Meisterwerk sinnvoll in die Gegenwart übertragen wurde. Die moderne Technik verändert die Präsentation, bewahrt aber den Kern der ursprünglichen Erfahrung.
Das klassische Gunplay ist weiterhin vorhanden. Die Waffen fühlen sich größtenteils sehr gut an, die Kämpfe besitzen den bekannten Rhythmus und der Schwierigkeitsgrad Legendär liefert eine starke Herausforderung. Auch die Optik trifft den Stil der Reihe überzeugend.
Technische Probleme in den Zwischensequenzen und vereinzelte Aussetzer der Gegner KI verhindern einen vollständig makellosen Eindruck. Die Bonusmissionen bieten neue Inhalte, leiden jedoch teilweise unter einem einfachen Aufbau aus aufeinanderfolgenden Kampfräumen.
Diese Kritikpunkte konnten meine Begeisterung trotzdem kaum bremsen. Während meiner Zeit mit dem Spiel geriet ich regelrecht in einen Rausch. Wenn ich nicht Halo gespielt habe, musste ich an Halo denken.
Ich dachte an die alten Tage, an meine eigenen Anfänge mit der Reihe und an die weiterhin beeindruckende Geschichte. Das Remake hat viele dieser Erinnerungen zurückgebracht, ohne sich vollständig auf Nostalgie zu verlassen.
Sollte durch diese Neuauflage nur ein einziger neuer Spieler ähnliche Gefühle entwickeln, hat sich das Projekt bereits gelohnt. Halo ist die prägende Reihe für XBOX. Die Rückkehr zu diesem ersten Abenteuer erinnert eindrucksvoll an eine einfache Verbindung.
Wertung: 9/10
Geht es Halo gut, geht es XBOX gut.
Transparenz-Hinweis / Disclaimer: Der Key für Halo: Campaign Evolved wurde mir von XBOX kostenlos zur Verfügung gestellt. Eine inhaltliche Einflussnahme fand nicht statt. Alle Eindrücke und Bewertungen entsprechen meiner persönlichen Meinung.
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