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Faktencheck zur ROG XBOX Ally: Was ist bekannt und was nicht?

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ROG Ally
Foto von Amanz auf Unsplash - ROG Ally

Das Interesse an Handheld-Gaming-PCs ist derzeit so hoch wie selten zuvor.

Mit offiziellen Ankündigungen, halboffiziellen Interviews und einer ganzen Reihe an Leaks hat sich um die ROG XBOX Ally eine eigene Gerüchteküche gebildet. Während einige Fakten mittlerweile feststehen, hängen andere Informationen noch in der Schwebe.

Was über den Release wirklich feststeht

Die offizielle Sprachregelung ist bislang knapp: „Holiday 2025“ soll es werden. Mehr hat ASUS in Zusammenarbeit mit Microsoft noch nicht auf den Tisch gelegt. Hinter den Kulissen brodelt es allerdings schon länger.

Mehrere voneinander unabhängige Leaks deuten auf ein klareres Bild hin. Demnach sollen die Vorbestellungen zur Gamescom am 20. August starten und der eigentliche Marktstart am 16. Oktober erfolgen. Ob dieses Datum global gilt oder zunächst nur in einzelnen Regionen, ist nicht abschließend geklärt.

Spannend ist die Modellpolitik. 2025 erscheinen gleich zwei Geräte: die ROG XBOX Ally als Basismodell in Weiß und die ROG XBOX Ally X in Schwarz. Wer sich noch an die ROG Ally X aus 2024 erinnert, sollte genau hinschauen, trotz ähnlicher Bezeichnung handelt es sich um ein neues Gerät mit XBOX-Branding und angepasster Hardware. Damit wird klar signalisiert, dass diese Generation nicht einfach ein leichtes Update, sondern eine strategische Neuausrichtung ist.

Interessant ist dabei, dass im Vorfeld schon darüber spekuliert wird, welche Art von Spielen auf dem Handheld überhaupt vertreten sein werden. Während Actiontitel, Rollenspiele, Indie-Perlen oder Sportsimulationen fest eingeplant sind, dürfte eine bestimmte Kategorie außen vor bleiben: mobiles Glücksspiel.

Selbst wenn die besten Krypto Casinos im Test derzeit regelrecht boomen, deutet alles darauf hin, dass die ROG XBOX Ally diesen Markt nicht ins eigene Ökosystem holt. Das liegt nicht nur an möglichen Lizenz- und Jugendschutzfragen, sondern auch daran, dass Microsoft und ASUS den Fokus klar auf Gaming-Inhalte legen, die sich in das bestehende XBOX- und PC-Portfolio einfügen.

Mobile Glücksspiel-Apps und Krypto-Casino-Plattformen mögen auf Smartphones und im Browser eine treue Nutzerbasis haben, auf einem speziell für Spiele entwickelten Handheld dürften sie aber bewusst verbannt bleiben, um ein konsistentes, jugendfreundliches Angebot sicherzustellen.

Werden es zwei Versionen mit zwei Philosophien?

Der wohl auffälligste Unterschied liegt im Prozessor. Die Ally nutzt den AMD Ryzen Z2 A, während in der Ally X der leistungsstärkere Ryzen AI Z2 Extreme mit integrierter NPU arbeitet. Diese Neural Processing Unit ist vor allem für KI-gestützte Anwendungen relevant, kann aber auch in Zukunft für Spieleoptimierungen eingesetzt werden.

Beim Arbeitsspeicher liegen die Modelle ebenfalls auseinander. Die Ally verfügt über 16 GB LPDDR5X-6400 RAM, die Ally X über 24 GB LPDDR5X-8000. Dieser Unterschied dürfte vor allem bei speicherhungrigen Anwendungen und in Multitasking-Szenarien spürbar sein.

Auch beim Speicherplatz sind die Karten klar verteilt: 512 GB M.2 2280 SSD beim Basismodell, ein Terabyte beim X-Modell. Beide lassen sich austauschen oder aufrüsten. Ein größerer Akku rundet die Unterschiede ab. Die Ally X bringt 80 Wh mit, die Ally 60 Wh, was in der Praxis längere Laufzeiten verspricht.

Mehr als nur Windows im Handheld-Format

Beide Geräte starten direkt in die XBOX Full Screen Experience. Diese angepasste Oberfläche legt sich über Windows 11 Home und blendet den Desktop aus. Sie ist vollständig für die Steuerung per Gamepad optimiert und reduziert den Ressourcenverbrauch. Laut Hersteller sinkt der RAM-Bedarf im Leerlauf um rund zwei Gigabyte, gleichzeitig wird der Energieverbrauch in Hintergrundprozessen deutlich gesenkt.

Die Bedienung orientiert sich an der XBOX-Konsole. Ein Druck auf die XBOX-Taste öffnet die Game Bar mit Zugriff auf Overlay-Funktionen, Aufnahme-Tools oder Freundeslisten. Im Hintergrund bleibt Windows 11 mit allen Freiheiten eines PCs aktiv. Ergänzt wird das Ganze durch Armoury Crate SE, mit dem sich Leistungsmodi, Lüfterkurven und Tastenbelegungen einstellen lassen.

Ein klarer Vorteil ist die tiefe Integration ins XBOX-Ökosystem. Play Anywhere sorgt für synchronisierte Spielstände zwischen PC und Konsole, Game Pass Ultimate öffnet den Zugang zu einer großen Spielebibliothek, Cloud-Gaming und Remote Play erweitern die Nutzungsmöglichkeiten. Damit wird der Spagat zwischen PC-Flexibilität und Konsolenkomfort deutlich kleiner.

Preisfragen und Marktposition

Offizielle Preise fehlen noch, doch in den einschlägigen Foren und Newsfeeds kursieren konkrete Zahlen. Für die Ally wird ein Preis um 599 Euro genannt, für die Ally X etwa 899 Euro. Diese Angaben stammen aus Händler-Listings, die mittlerweile wieder offline sind. In US-Dollar tauchten Summen von 499 bis 699 für die Basisversion und 799 bis 1050 für die X-Variante auf.

Preislich positioniert sich die ROG XBOX Ally damit im oberen Segment der Windows-Handhelds. Sie konkurriert mit Geräten wie dem Steam Deck OLED, der Lenovo Legion Go und der MSI Claw. Der entscheidende Unterschied liegt weniger in der rohen Rechenleistung, sondern in der Kombination aus XBOX-Integration, der neuen NPU im X-Modell und einem Akku, der im Vergleich zu vielen Mitbewerbern großzügiger ausfällt.

Für das Preis-Leistungs-Verhältnis wird entscheidend sein, ob ASUS Microsoft-exklusive Bundles schnürt – beispielsweise mit Game Pass-Abos oder Zubehör und ob es regionale Preisunterschiede gibt.

Leistung auf dem Prüfstand

Das Display ist bei beiden Modellen identisch. Ein 7-Zoll-IPS-Panel mit 1080p-Auflösung, 120 Hz, FreeSync Premium, 500 Nits Helligkeit und Gorilla Glass Victus mit DXC-Beschichtung sorgt für flüssige Darstellung und Schutz vor Kratzern.

Die Unterschiede liegen unter der Haube. Der Ryzen Z2 A im Basismodell dürfte für viele aktuelle Spiele in mittleren bis hohen Einstellungen ausreichen, während der Ryzen AI Z2 Extreme mit seinen sechs Zen-5-Kernen und 16 RDNA-3.5-CUs Reserven für höhere Detailstufen bietet. In synthetischen Benchmarks könnte die Ally X jedoch hinter manchen Intel-basierten Geräten wie dem MSI Claw 8 AI+ zurückbleiben, zumindest auf dem Papier.

Akkulaufzeiten werden stark vom Einsatzprofil abhängen. 80 Wh in Verbindung mit einem 120-Hz-Panel und Windows-Betriebssystem sind ein guter Ausgangspunkt, aber erst Tests werden zeigen, wie lange die Geräte im Alltag durchhalten.

Für Enthusiasten interessant ist die eGPU-Option. Über den USB4-Anschluss lässt sich die Ally X an das XG Mobile Dock anschließen, das in der neuesten Version mit Laptop-GPUs der RTX-5000-Serie ausgestattet werden kann. Damit verwandelt sich der Handheld im Handumdrehen in einen vollwertigen Desktop-PC-Ersatz.

Microsoft und ASUS

Das Projekt ist mehr als ein reines Co-Branding. Microsoft bringt sein komplettes XBOX-Ökosystem ein, ASUS seine Erfahrung im Bau leistungsstarker und zugleich tragbarer Gaming-Hardware. Ziel ist es, die Lücke zwischen klassischem PC-Handheld und Konsole zu schließen.

Die Hardware ist so konzipiert, dass sie nicht nur die optische Anmutung einer XBOX hat, sondern auch deren Bediengefühl. Die Integration der XBOX-Taste, die Anpassung der Trigger, das Layout der Buttons. Alles soll vertraut wirken.

Gleichzeitig bleibt die Offenheit eines Windows-Systems bestehen. Langfristig könnte das ein Modell für weitere Partnerschaften sein. Sollte die ROG XBOX Ally erfolgreich sein, dürfte es nicht die letzte Zusammenarbeit dieser Art bleiben.

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