Spiele
XBOX Probleme: Wie Microsofts Gaming Strategie unter Druck geriet
Jason Schreier zeichnet ein düsteres Bild der XBOX Sparte und beschreibt wachsenden Druck auf Studios, Game Pass und Microsofts Gaming Strategie.
XBOX Probleme stehen laut Jason Schreier derzeit stärker im Mittelpunkt als je zuvor. In einem neuen Video auf seinem YouTube Kanal blickt der Journalist auf die Entwicklung der Marke zurück, beginnend mit der XBOX One Generation bis hin zu den jüngsten Entlassungen und internen Spannungen. Viele Punkte waren bereits bekannt, doch Schreier nennt auch neue Eindrücke aus dem Umfeld von XBOX und Microsoft.
Nach seiner Darstellung befinden sich mehrere Studios in einer schwierigen Lage. Namen wie Ninja Theory und Compulsion seien dabei nur der Anfang. Schreier habe gehört, dass auch andere Teams mit Problemen kämpfen. Besonders schwer wiegt seine Einschätzung, dass größere Entlassungen die gesamte XBOX Sparte treffen könnten.
Ein zentraler Punkt ist die Struktur von Microsoft. Das Unternehmen besteht aus vielen Bereichen, die nicht immer dieselben Ziele verfolgen. Was für eine Abteilung sinnvoll erscheint, muss für eine andere nicht automatisch gut sein. Laut Schreier sei dieser interne Zielkonflikt bei Microsoft besonders stark ausgeprägt.
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Game Pass entstand aus dem Wandel der XBOX Strategie
Während der XBOX One Generation stiegen die Produktionskosten für Spiele deutlich an. Phil Spencer soll deshalb stärker auf die Software Seite von XBOX gesetzt haben. Aus dieser Idee entstand Game Pass, angelegt als eine Art Netflix für Spiele. Das Ziel war, Spieler langfristig an ein monatliches Abo zu binden.
Als die Hardware Verkäufe weiter nachließen, öffnete sich XBOX stärker dem PC. Microsoft wollte seine Spiele nicht mehr nur über Konsolen verbreiten. Zwischen 2018 und 2022 folgte eine große Einkaufstour. Bethesda behielt dabei laut Schreier weitgehend seine Eigenständigkeit, während Studios wie Obsidian und Double Fine als begrenzt integrierte Teams arbeiteten.
Diese Studios bekamen Freiraum. Sie sollten Risiken eingehen, mutige Ideen verfolgen und Auszeichnungen gewinnen. Ein einzelner großer Systemseller galt damals offenbar nicht als zwingend nötig, solange die Spiele das Angebot von Game Pass stärkten. Genau dieser Kurs scheint heute für viele Teams zum Problem geworden zu sein.
Schreier beschreibt, dass viele Projekte vor etwa fünf Jahren unter ganz anderen Vorzeichen gestartet wurden. Die Botschaft lautete damals, neue Spiele zu entwickeln und Game Pass breiter aufzustellen. Heute stehe stärker im Raum, dass diese Spiele profitabel sein müssen. Für betroffene Studios wirkt das wie eine nachträgliche Änderung der Regeln.
Activision, Cloud Gaming und der wachsende Druck
Auch Halo Infinite wird von Schreier angesprochen. Das Spiel hatte laut seiner Darstellung eine sehr schwierige Entwicklung. Details nennt er nicht, doch er betont, dass das Budget größer gewesen sei, als viele vermutlich annehmen würden.
Um 2021 herum habe XBOX gleich mehrere Probleme gespürt. Die Konsole kämpfte am Markt, die Cloud Initiative mit Streaming Spielen entwickelte sich nicht wie erhofft und die Game Pass Abos stagnierten. Vor diesem Hintergrund soll Phil Spencer 2022 den Kauf von Activision angestoßen haben. Ziel war demnach, Wachstum zu erzeugen und über King stärker in den Mobile Markt vorzudringen.
Während des Regulierungsverfahrens von Januar 2022 bis Oktober 2023 veränderte sich das Umfeld. Das Wachstum aus der Corona Zeit ließ nach und künstliche Intelligenz wurde zum neuen großen Technologiethema. Zur selben Zeit soll Microsoft begonnen haben, mehr Druck auf die XBOX Sparte auszuüben. Die Führung wollte offenbar mehr Profitabilität sehen.
Ein Beispiel für diese angespannte Lage ist laut Schreier das eingestellte Projekt Blackbird von Zenimax Online. Dabei soll es sich um einen Online Shooter ähnlich wie Destiny gehandelt haben. Schreier habe Material gesehen und fand es nach eigener Aussage ziemlich cool. Zugleich habe er überwiegend Positives über das Spiel gehört, auch wenn es Budgetprobleme und andere Schwierigkeiten gab.
Mit freundlicher Genehmigung von @_XboxNews auf Twitter
Interne Unsicherheit belastet Studios und Spiele
Ab etwa 2024 wurde es laut Schreier schwieriger für Studios zu erkennen, was XBOX und Microsoft eigentlich von ihnen erwarteten. Je nachdem, wen man fragte, gab es unterschiedliche Antworten. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Bereichen von Microsoft traten dadurch noch stärker hervor.
Die letzten Jahre beschreibt Schreier als unruhig. Innerhalb von XBOX habe es viele politische Kämpfe gegeben. Verschiedene Personen hätten unterschiedliche Vorstellungen davon gehabt, wohin sich die Marke entwickeln soll. Auch Game Pass wurde intern offen hinterfragt, unter anderem mit dem Vorwurf, das Abo könne klassische Verkäufe kannibalisieren.
Besonders deutlich wird die Unsicherheit an einer von Schreier geschilderten Begegnung. Anfang des Jahres sprach er mit einer Person aus dem XBOX Management. Diese Person sagte, die Zukunft sei ungewiss, man vertraue aber Phil Spencer. Eine Woche später sei Spencer durch Asha Sharma ersetzt worden, um XBOX neu auszurichten.
Schreier betont, dass ein Teil der Verantwortung bei den Studios liege. Gleichzeitig seien viele Teams im Grunde dafür bestraft worden, dass sie genau den Vorgaben folgten, die ihnen Jahre zuvor gemacht wurden. Aus „entwickelt ein Spiel und stärkt Game Pass“ wurde später „das Spiel muss profitabel sein“.
Mehrere Personen hätten Schreier gesagt, dass die Lage brutal werde. Manche hätten sogar das Wort „bloodbath“ genutzt, um die erwartete Härte der Situation zu beschreiben. Zudem sollen Studioleitungen mit Microsoft über Möglichkeiten sprechen, unabhängig zu werden oder Käufer zu finden.
Ein wichtiger Grund für die Schwierigkeiten bei XBOX sei laut Schreier die ständige Unsicherheit. Entwickler arbeiten demnach in einem Umfeld, das von Angst vor Entlassungen geprägt ist. Das erschwere es, gute Spiele stabil und langfristig zu entwickeln.
Schreier will weitere Informationen auf Bloomberg veröffentlichen, sobald die Lage klarer ist.
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