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Was Sarah Bonds Abgang bei Xbox wirklich bedeutet
Sarah Bond verlässt Microsoft nach internen Spannungen und strategischen Differenzen. Mit Asha Chararma beginnt ein Neustart, der die Zukunft von Xbox neu definieren soll.
Sarah Bonds Abgang bei Microsoft kam früher als geplant und offenbar unter chaotischen Umständen. Interne Quellen berichten von Spannungen, strategischen Differenzen und wachsender Unzufriedenheit.
Ein Bericht von Tom Warren bei The Verge, gestützt auf zwölf aktuelle und ehemalige Microsoft Mitarbeiter, zeichnet ein detailliertes Bild der Ereignisse. Die offizielle Mitteilung über Bonds Rücktritt wurde vorgezogen, nachdem Informationen nach außen drangen. Statt einer koordinierten Kommunikation erfuhren Teams teilweise über Medienberichte von der Entscheidung. Das führte intern zu Verwirrung.
Besonders auffällig war, dass Bond selbst kaum öffentlich Stellung nahm. In Phil Spencers Memo wurde sie lediglich erwähnt. Eigene vorbereitete Statements oder Social Media Beiträge fehlten zunächst. Ein LinkedIn Beitrag zu Xbox Accessibility ging sogar online, kurz bevor ihr Abschied bekannt wurde. Für viele Mitarbeiter war dies ein Zeichen mangelnder Abstimmung.
Strategische Differenzen und interne Spannungen
Sarah Bond wurde im Oktober 2023 zur Xbox Präsidentin ernannt, wenige Tage nach dem Abschluss der Übernahme von Activision Blizzard. Sie spielte eine zentrale Rolle bei der regulatorischen Durchsetzung dieses Milliarden Deals. Nach ihrer Beförderung übernahm sie zunehmend die öffentliche Rolle von Xbox, während Phil Spencer sich auf die Integration des neuen Geschäfts konzentrierte.
Doch intern begann es zu rumoren.
Mehrere Führungskräfte verließen in den Monaten nach Bonds Aufstieg das Unternehmen. Kareem Choudhry, verantwortlich für Rückwärtskompatibilität und Cloud Gaming Initiativen wie xCloud, schied aus. Kurz darauf folgte Marketingchef Jerret West. Die Marketingabteilung berichtete fortan direkt an Bond.
In dieser Phase startete Microsoft Kampagnen, die die klassische Konsolenidentität von Xbox infrage stellten. Die Botschaft lautete sinngemäß, dass du keine Konsole benötigst, um Xbox zu spielen. Über Xbox Cloud Gaming seien Titel auch auf Fernsehern, Smartphones oder Tablets verfügbar.
Intern wie extern sorgte diese Kommunikation für Irritationen. Die Kampagne positionierte Geräte wie Smartphones als Xbox. Viele Mitarbeiter empfanden dies als Abkehr von der eigenen Hardware Tradition. Das Schlagwort Xbox Everywhere stand für eine Vision, die die Marke über Konsolen hinaus erweitern sollte.
Hinzu kam die Ankündigung eines Xbox Mobile Stores, der im Juli 2024 starten sollte. Fast zwei Jahre später existiert dieser Store weiterhin nicht. Trotz Verzögerung lief die Marketingstrategie weiter. Für Beobachter wirkte dies inkonsequent.
Quellen berichten zudem, Bond sei schwierig in der Zusammenarbeit gewesen. Kritik an ihrer Vision sei nicht gern gesehen worden. Wer strategische Entscheidungen infrage stellte, habe mit Konsequenzen rechnen müssen. Gleichzeitig lobten mehrere Stimmen ihre Fähigkeit, Partnerschaften mit Entwicklern und Unternehmen zu schließen.
Der Wendepunkt mit Phil Spencers Rücktritt
Phil Spencers bevorstehender Rückzug galt intern offenbar seit längerem als wahrscheinlich. Nach einer längeren Auszeit im Februar des Vorjahres kursierten Gerüchte über seinen Abschied. Microsoft dementierte diese zunächst. Mit der offiziellen Bestätigung seines Rücktritts wurde jedoch ein strategischer Neustart möglich.
An diesem Punkt entschied sich Microsoft offenbar gegen eine Fortführung von Bonds Strategie. Stattdessen erfolgte ein kompletter Reset. Bond trat zurück.
Für Microsoft bot der Führungswechsel die Gelegenheit, die Ausrichtung neu zu definieren. Angesichts sinkender Konsolenverkäufe und wiederholter Umsatzherausforderungen stand die Marke unter Druck. Xbox zählt zu den wenigen verbliebenen starken Consumer Marken des Konzerns. Ein Scheitern hätte weitreichende Folgen.
Asha Chararma übernimmt: Chancen und Skepsis
Mit Asha Chararma übernimmt eine Führungskraft, die bislang nicht aus der klassischen Spielebranche stammt. Ihre Ernennung löste gemischte Reaktionen aus. Einige Mitarbeiter äußerten Sorge wegen ihrer früheren Rolle im KI Bereich bei Microsoft. Befürchtet wird eine übermäßige Integration von KI Technologien in Spieleprodukte.
In ihrem ersten Memo stellte Chararma jedoch klar, dass Spiele Kunst bleiben sollen. Sie betonte, man werde keine kurzfristigen Effizienzgewinne auf Kosten kreativer Qualität anstreben. Wörtlich erklärte sie, Spiele seien Kunstwerke, geschaffen von Menschen und unterstützt durch innovative Technologie.
Chararma bringt eine bemerkenswerte Karriere mit. Bereits als Jugendliche gründete sie zwei gemeinnützige Organisationen. Später sammelte sie Marketing Erfahrung bei SC Johnson und absolvierte ein Praktikum bei Microsoft. Sie arbeitete bei Porch als COO und trieb dort Expansion und Markenbekanntheit voran.
Bei Meta war sie an Messaging Produkten beteiligt und verantwortete Integrationsstrategien. Als CEO von Instacart steigerte sie das Bruttowarenvolumen auf 30 Milliarden Dollar. Zudem sitzt sie in Aufsichtsräten internationaler Technologieunternehmen wie Coupang und Home Depot.
Ihre Laufbahn zeigt klare Stärken im Plattformaufbau, in Nutzergewinnung und in strategischer Markenführung. Genau in diesen Bereichen hatte Xbox zuletzt Schwierigkeiten. Die Nutzerbasis wuchs langsamer als erhofft. Marketingbotschaften verfehlten teilweise ihre Wirkung.
Chararma gilt laut Insidern als lernbereit, energiegeladen und umsetzungsstark. Anders als befürchtet, sehen viele sie nicht als Produkt Vollstreckerin, sondern als Führungskraft mit klarer Vision und Fokus auf Umsetzung.
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