Spiele
Über 50 % japanischer Studios nutzen KI in Spielen
Mehr als die Hälfte der japanischen Entwickler setzt laut CESA-Report 2025 bereits KI in der Spieleentwicklung ein. Der Einsatz reicht von Grafik und Text bis hin zu internen Tools und Engine-Entwicklung.
Die japanische Spieleindustrie steht 2025 an einem Wendepunkt: Mehr als die Hälfte der Entwickler setzt bereits auf Künstliche Intelligenz. Das geht aus dem aktuellen „2025 CESA Video Game Industry Report“ hervor, der von der Computer Entertainment Supplier’s Association (CESA), dem Veranstalter der Tokyo Game Show, vorgestellt wurde.
Zwischen Juni und Juli 2025 wurden 54 Studios befragt – darunter große Namen wie Capcom, Sega und Level-5, aber auch mittelständische und kleinere Entwickler. 51 % der Unternehmen gaben an, KI oder generative KI in der Spieleentwicklung einzusetzen.
Wie japanische Studios KI einsetzen
Besonders häufig kommt KI bei der Erstellung von visuellen Assets wie Charakteren oder Hintergrundgrafiken zum Einsatz. Ebenfalls weit verbreitet ist die Text- und Story-Generierung, gefolgt von Programmierungshilfen. Auffällig ist zudem, dass rund 32 % der befragten Unternehmen KI nutzen, um eigene Game Engines zu entwickeln oder zu optimieren.
Das zeigt, dass KI nicht nur als kreatives Werkzeug, sondern auch als technologische Basis zunehmend wichtiger wird.
Praxisbeispiele: Von Level-5 bis Capcom
Mehrere Studios sind bereits transparent mit ihren KI-Strategien umgegangen. Level-5, bekannt durch Reihen wie Professor Layton oder Yo-Kai Watch, setzt etwa Stable Diffusion ein. Damit werden Assets hochskaliert, Referenzbilder für Künstler erstellt und sogar Teile von Spielhintergründen generiert. Zudem kommt Github Copilot als Unterstützung für die Programmierung zum Einsatz.
Auch Capcom experimentiert mit KI. Die Technikabteilung testet Modelle wie Gemini Pro, Gemini Flash und Imagen. Ziel ist es, Prototypen für Umgebungsobjekte – etwa Fernsehgeräte oder andere Dekorationselemente – schneller zu erstellen. Die Entwickler erhoffen sich dadurch eine Entlastung, um mehr Zeit in die Qualität der Kerninhalte investieren zu können.
Sega wiederum hat jüngst ein eigenes „Generative AI Committee“ ins Leben gerufen. Dieses Gremium soll sicherstellen, dass KI-Tools systematisch und effizient in die Arbeitsabläufe integriert werden. Erste Einsätze betreffen Bild-, Bewegungs- und Code-Generierung, bisher vor allem für interne Tests.
Skepsis bleibt bestehen
Während viele Studios bereits aktiv auf KI setzen, gibt es auch Zurückhaltung. Nintendo verfolgt derzeit noch einen vorsichtigen Kurs. Präsident Shuntaro Furukawa betonte 2024, dass die Nutzung von KI bei der Entwicklung von First-Party-Titeln „problematisch in Bezug auf Urheberrechte“ sei. Damit zeigt sich, dass der Einsatz von KI nicht nur technische, sondern auch rechtliche Fragen aufwirft.
Ausblick: KI als fester Bestandteil der Branche
Der Report macht deutlich: KI in der Spieleentwicklung ist in Japan längst keine Randerscheinung mehr, sondern entwickelt sich zum Standardwerkzeug. Während einige Entwickler KI vor allem zur Unterstützung einsetzen, nutzen andere sie schon für Kernbereiche wie Engine-Design und Content-Produktion.
Die kommenden Jahre dürften zeigen, ob KI als Hilfsmittel im Hintergrund bleibt oder ob sie das kreative Fundament zukünftiger Spiele bildet. Fest steht: Mit Initiativen wie Segas KI-Komitee oder Capcoms Experimenten nimmt Japan international eine Vorreiterrolle ein.
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